Crailsheim: Verein baut Haus aus Recycling-Material
In Crailsheim (Baden-Württemberg) ist ein ungewöhnliches Gebäude entstanden: Das sogenannte Haus der Begegnung. Der Verein TamieH hat dort ein Bauhütten-Projekt auf den Beine, bei dem fast alles aus alten Materialien besteht. Das Ziel war es, Bauen und Bildung mit Gemeinschaft zu verbinden.
Wer das Haus betritt, sieht die Nachhaltigkeit überall. Die Türen stammen aus einem Abrisshaus im Schwarzwald, die Wände wurden aus Stampflehm und Lehmputz gefertigt. Sogar alte Pflastersteine vom ehemaligen Crailsheimer Freibad wurden wiederverwendet. Die Stadtwerke halfen mit Steinen und Rohren aus, die teilweise bei eisigen Temperaturen ausgebaut wurden. Die Firma Leonhard Weiss spendete rund 90 Tonnen Holz, während die Firma Feuchter durch Geschäftsführer Martin Jakob unterstützte.
Das Projekt startete als Experiment mit jungen Handwerkern und Azubis. Mit der Zeit halfen immer mehr Leute mit: Ehrenamtliche, Fachleute und Geflüchtete arbeiteten gemeinsam an dem Gebäude. Für die Bauaufsicht sorgte der Schreiner und Umweltingenieur Nico Hüttich. Er wollte beweisen, dass ökologisches Bauen mit recycelten Stoffen wirklich funktioniert.
Nun wurde die Arbeit mit dem Nachhaltigkeitspreis der Stadt ausgezeichnet. Sozial- und Baubürgermeister Jörg Steuler überreichte den Preis. Da es in dieser Kategorie drei Gewinner gab, wurde das Preisgeld von insgesamt 1.000 Euro aufgeteilt. Für den Verein ist die Auszeichnung ein wichtiger Motivationsschub, da der Weg zum fertigen Haus nicht immer einfach war.
Das Haus soll nun mit Leben gefüllt werden. Geplant sind Workshops, Ausstellungen und gemeinsame Abende. Der Name des Vereins, TamieH, bedeutet rückwärts gelesen „Heimat“. Genau das soll das Gebäude werden: Ein Ort für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft oder politischen Einstellung.
Für Bürgermeister Jörg Steuler war dies zudem der letzte offizielle Besuch beim Projekt, bevor er im Herbst in den Ruhestand geht. Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit schenkte ihm die Vereinsvorsitzende Susanne Hammer eine „leuchtende Blume“ für seinen Garten.
Quelle: Crailsheim – zur Originalmeldung