Chemnitz: Neue Online-Ausstellung zur Geschichte der Schocken-Kaufhäuser
Seit dem 28. August 2026 ist die digitale Ausstellung „Wegen Arisierung geschlossen“ im Internet abrufbar. Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) zeigt darin die Geschichte des Warenhauskonzerns Schocken. Das Besondere: Die Geschichte wird nicht über einzelne Menschen erzählt, sondern aus der Sicht eines Unternehmens, das unter den Nationalsozialisten systematisch vernichtet wurde.
Die Ausstellung basiert auf einer monatelangen Recherche in Akten. Die Besucher können online einsehen, wie der Konzern funktionierte und was mit den Häusern passierte. Insgesamt gab es elf Schocken-Warenhäuser in Sachsen, darunter in Chemnitz, Zwickau, Meißen, Freiberg, Frankenberg, Aue, Auerbach, Crimmitschau, Lugau und Oelsnitz. Die Zentrale saß in Zwickau und steuerte alles streng von dort aus – von den Preisen bis zur Werbung.
Die Unterlagen zeigen deutlich den Terror der NS-Zeit. Die Schocken AG wurde zweimal enteignet und lief später unter anderen Namen wie „Merkur“ und „Hanse“ weiter. In der DDR-Zeit übernahmen dann die HO oder Konsumgenossenschaften die Gebäude. Von den elf ursprünglichen Häusern stehen heute noch sieben. Das Haus in Meißen wurde im Krieg zerstört, während die Gebäude in Auerbach, Freiberg und Frankenberg zwischen 1999 und 2015 abgerissen wurden.
Für die Website wurden Dokumente aus dem Staatsarchiv Chemnitz und Stücke aus dem Depot des Museums genutzt. Ein großer Teil der Original-Akten befindet sich heute übrigens in der Schocken Library in Jerusalem. Die Online-Ausstellung ist Teil des Projekts „TACHELES“, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026. Sie ist so gebaut, dass sie auf jedem Handy oder Computer funktioniert und bietet Inhalte in Leichter Sprache sowie Gebärdensprache an.
Interessierte können die Ausstellung unter www.schocken-in-sachsen.de besuchen.