Braunschweig: Polizei schießt Reifen von Auto durch
Es begann am Nachmittag des 20. August in der Südstraße in Braunschweig (Niedersachsen). Eine Polizeistreife bemerkte dort ein Auto, das in zweiter Reihe geparkt war. Bei der Kontrolle kam schnell heraus: Das Fahrzeug war nicht versichert. Der 58-jährige Fahrer aus der Gegend von Helmstedt saß zu diesem Zeitpunkt in einem Gastroladen in der Nähe. Die Beamten sprachen ihn auf den Verstoß an und setzten das Auto außer Betrieb.
Nach der Maßnahme durfte der Mann seinen Wagen auf einen gegenüberliegenden Parkplatz schieben. Doch anstatt das Auto zu verlassen, setzte er sich hinein, schloss die Türen ab und startete den Motor. Er fuhr ein paar Meter an. Die Polizisten stellten sich vor und neben das Auto und forderten ihn auf, auszusteigen. Der Mann ignorierte die Beamten jedoch.
Daraufhin griffen die Polizisten durch. Ein Beamter schlug mit dem Schlagstock gegen die Seitenscheibe der Fahrertür, ein anderer hielt die Dienstwaffe bereit. Plötzlich fuhr der Mann an und touchierte dabei das Bein eines Polizisten. Dieser sprang zur Seite und schoss zweimal mit seiner Dienstwaffe in die Reifen des Wagens. Erst danach rollte das Auto noch ein paar Meter auf den Parkplatz und blieb stehen.
Weitere Streifen kamen zur Hilfe, um den Mann aus dem Wagen zu holen. Er wurde festgenommen, wehrte sich dabei aber massiv und leistete auch auf dem Weg zur Wache erheblichen Widerstand. Bei dem Einsatz verletzte sich der Polizist, der vom Auto getroffen wurde, am Bein und musste ins Krankenhaus. Zwei weitere Beamte erlitten bei dem Handgemenge leichte Verletzungen, konnten ihren Dienst aber fortsetzen. Auch der 58-Jährige wurde durch die Zwangsmaßnahmen verletzt und in eine Klinik gebracht.
Die Südstraße blieb zwischen der Gieselerstraße und der Alten Knochenhauerstraße bis etwa 19.30 Uhr gesperrt, während die Spurensicherung arbeitete. Im Auto fanden die Ermittler zudem mehrere Messer, die teilweise griffbereit lagen.
Auf Anordnung einer Richterin wurde das Fahrzeug sichergestellt und dem Mann eine Blutprobe entnommen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat nun mehrere Strafverfahren eingeleitet. Dem Mann wird unter anderem ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Widerstand gegen Beamte sowie Verstöße gegen das Waffen- und Pflichtversicherungsgesetz vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.