Bonn jagt Müllsünder: Neue Ermittlungseinheit ist erfolgreich
In Bonn (Nordrhein-Westfalen) wird verstärkt gegen illegale Müllablagerungen vorgegangen. Die Stadt hat dafür einen eigenen „Ermittlungsdienst Abfall“ beim Kommunalen Ordnungsdienst aufgebaut. Unterstützt wird das Projekt von Bonnorange, die zwei Stellen in diesem Dienst finanzieren.
Die Aufgabe des Teams ist klar: Die Mitarbeiter suchen nach den Leuten, die ihren Müll einfach auf die Straße, auf private Flächen oder neben die Wertstoffinseln werfen. Frank Schaar vom Ermittlungsdienst sucht dafür auf wilden Müllkippen nach Hinweisen. Oft helfen ihm dabei auch Zeugen aus der Bevölkerung.
Sobald die Stadt weiß, wer den Müll abgeladen hat, kommt Bonnorange ins Spiel. Das Unternehmen räumt den Dreck schnell weg, stellt die Kosten dafür aber dem Verursacher in Rechnung. Zusätzlich wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet.
Die ersten Zahlen aus dem Jahr 2026 zeigen, dass das System funktioniert. Von Januar bis Juni gab es rund 300 Ermittlungsverfahren. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr 2025 waren es ohne diesen speziellen Dienst nur 328 Fälle. Vor allem die Trefferquote ist gestiegen. Während 2025 nur in 32 Prozent der Fälle der Verursacher gefunden wurde, waren es im ersten Halbjahr 2026 bereits mehr als 80 Prozent. Entsprechend stieg auch die Zahl der Anzeigen auf rund 80 Prozent.
Bisher ist eine Stelle im Dienst besetzt, zwei weitere Mitarbeiter sollen bis Ende des Jahres dazukommen. Bonnorange hatte bereits früher versucht, das Problem zu lösen. Seit 2019 gibt es eine „Wilder-Müll-Tour“ und seit Juli 2025 ein extra Team, das vor allem die Altpapiercontainer öfter leert und reinigt.
Wer wilde Müllkippen bemerkt, kann diese an die Stadt melden. Das geht online über den Mängelmelder unter anliegen.bonn.de, per E-Mail an [email protected] oder telefonisch über die Leitstelle des Kommunalen Ordnungsdienstes unter der Nummer 0228-77 3333.
Quelle: Bonn – zur Originalmeldung