Böblingen: Zug erfasst Frau am Bahnübergang
Es war kurz vor acht Uhr morgens am Dienstag, als es an der Haltestelle Südbahnhof in Böblingen (Baden-Württemberg) zu dem schweren Unfall kam. Eine 86-jährige Frau wollte den Bahnübergang an der Tübinger Straße überqueren. Dabei achtete sie offenbar nicht auf die Signalanlage, die bereits Rot zeigte. Auch die geschlossenen Schranken hielten sie nicht auf.
Im Zug saßen zu diesem Zeitpunkt 103 Fahrgäste. Der 30-jährige Zugführer bemerkte die Frau rechtzeitig. Er hupt und leitete eine Notbremsung ein, doch der Zug war zu schnell. Die Frau wurde erfasst und stürzte zu Boden. Da sie schwer verletzt war, mussten die Retter einen Hubschrauber anfordern, der sie direkt in eine Klinik flog.
Das Unglück passierte vor den Augen vieler Menschen. Auf dem Bahnsteig stand gerade eine Schulklasse mit 21 Kindern und zwei Lehrern. Die Gruppe wurde nach dem Schock in eine nahegelegene Schule gebracht. Dort kümmerten sich Leute von der Feuerwehr um die Schüler, bis ihre Eltern sie abholen konnten.
Insgesamt mussten 19 Menschen vom Rettungsdienst versorgt werden. Viele waren tief erschüttert, einige bekamen Kreislaufprobleme. Auch die beiden Zugführer wurden psychologisch betreut.
Am Unfallort war ein großer Apparat im Einsatz. Neben der Polizei, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst waren auch ein Notfallmanager und ein Betriebsleiter der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft vor Ort. Während der Arbeit der Einsatzkräfte blieb die Tübinger Straße für den Verkehr gesperrt. Erst kurz nach 12 Uhr war alles erledigt und die Schönbuchbahn konnte wieder fahren.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat nun einen Gutachter eingeschaltet, um genau zu prüfen, wie es zu dem Zusammenstoß kam. Die Ermittlungen der Verkehrspolizeiinspektion Ludwigsburg dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.