Bochum: Zwei E-Scooter-Fahrer bei Kontrolle erwischt
Am Dienstagmittag passierte es an der Kreuzung Dorstener Straße und Zechenstraße in Bochum (Nordrhein-Westfalen). Gegen 12 Uhr bemerkten Polizisten einen 46-jährigen Mann auf einem E-Scooter, der in Richtung Herne fuhr. Besonders gefährlich: Vor ihm auf dem Roller hielt sich sein dreijähriges Kind fest. Da der Radweg dort auf der Fahrbahn liegt, war die Situation riskant.
Als die Beamten den Mann anhielten, fiel ihnen auf, dass am Roller kein Versicherungskennzeichen fehlte. Zudem hatte der Vater eine rote Ampel einfach ignoriert, ohne darauf zu achten. Er erklärte später, dass sein Kind unbedingt mitfahren wollte. Dass man für den Roller, den er erst am Vortag gekauft hatte, ein Kennzeichen braucht, wusste er angeblich nicht.
Die Polizisten wollten dem Vater zeigen, wie so ein Kennzeichen aussieht. Kurz darauf kam ein 36-jähriger Mann aus Herne auf einem weiteren E-Scooter vorbei. Er fuhr allerdings auf dem Radweg in der falschen Richtung. Er trug einen Jogginganzug und Badelatschen, hatte eine Hand lässig in der Tasche und wirkte völlig entspannt.
Doch auch dieser Fahrer hatte Probleme. Das blaue Kennzeichen an seinem Roller war nicht mehr aktuell, da es nur für das Versicherungsjahr 2024/2025 galt. Außerdem gehörte das Schild gar nicht zu diesem Roller. Der Mann, der bereits polizeibekannt ist, gab zu, dass er das Kennzeichen von seinem alten Roller abgeknibbelt und auf den neuen geklebt hatte. Betrunken war er nicht.
Am Ende mussten beide Männer ihre Roller schieben und den restlichen Weg zu Fuß gehen. Gegen den Vater wurde ein Strafverfahren eingeleitet, weil er vermutlich gegen das Pflichtversicherungsgesetz verstoßen hat. Beim 36-Jährigen wird neben dem Versicherungsgesetz auch wegen Urkundenfälschung und Kennzeichenmissbrauch ermittelt. Zusätzlich kommen die Verkehrsverstöße hinzu.
Ob und inwieweit sich die Männer strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen dauern an.