Bitterfeld-Wolfen: Schwarzfahrer wegen Haftbefehls festgenommen
Es war Donnerstagabend, als ein Mann ohne gültigen Fahrschein in einem Intercity-Express saß. Der Zug war auf dem Weg von Berlin nach Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt). Im selben Wagen befand sich zufällig ein Bundespolizist, der privat mitreiste. Er bemerkte den Schwarzfahrer und informierte daraufhin die Landespolizei.
Eine Streife fuhr sofort zum Bahnhof Bitterfeld. Dort hielten die Beamten den 25-jährigen Mann an und prüften seine Daten im Computersystem. Dabei kam heraus, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt hatte. Der Mann aus Guinea war im April dieses Jahres wegen Diebstahls vom Amtsgericht Mannheim verurteilt worden. Er hätte eine Geldstrafe von 750 Euro zahlen müssen.
Da der Mann das Geld nicht bezahlte und auch nicht zum Strafantritt erschien, wurde drei Monate später der Haftbefehl erlassen. Die Beamten des Bundespolizeireviers Dessau übernahmen den Mann schließlich. Er konnte den Betrag von 740 Euro, mit dem er die Haft hätte abwenden können, nicht bezahlen.
Die Polizei brachte den Mann daraufhin in eine Justizvollzugsanstalt. Dort trat er seine Haftstrafe von 37 Tagen an. Zusätzlich wurde eine neue Strafanzeige gegen ihn geschrieben, weil er ohne Ticket gefahren ist. Die Behörden in Mannheim wurden über die Festnahme informiert.
Die Ermittlungen wegen des Erschleichens der Fahrt dauern an. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Bundespolizeiinspektion Magdeburg – zur Originalmeldung