Berlin-Spandau informiert über alkoholgeschädigte Kinder
In der Altstadt von Spandau (Berlin) findet am 9. September eine Informationsaktion statt. Zwischen 13 und 16 Uhr stellen das Bezirksamt und der Evangelische Verein Sonnenhof e. V. am Markt 12 einen Stand auf. Ziel ist es, über die sogenannte Fetale Alkoholspektrum-Störung (FASD) aufzuklären. Das ist eine Behinderung, die entsteht, wenn in der Schwangerschaft Alkohol getrunken wird. Sie gehört zu den häufigsten Ursachen für geistige Behinderungen, die nicht genetisch bedingt sind.
Ein wichtiger Teil der Aktion sind Gespräche mit Menschen, die selbst betroffen sind. Diese berichten aus ihrem Alltag und erklären, wie sie die Welt erleben. Eine Betroffene vergleicht ihr Gehirn mit einem alten Computer-Betriebssystem aus dem Jahr 1995: Alles funktioniert zwar, aber viel langsamer und mit weniger Speicher. Wenn es zu viel wird, stürzt das System ab. Sie fordert von anderen mehr Geduld und eine einfachere Kommunikation mit nur einem Auftrag auf einmal.
Die Leitung der FASD-Beratungsstelle, Kathleen Kunath, weist darauf hin, dass nicht nur der Alkohol der Mutter eine Rolle spielt. Auch der Konsum des Vaters könne Auswirkungen auf die Kinder haben. Sie fordert deshalb einen gesellschaftlichen Umdenkprozess beim Thema Alkohol.
Der Verein Sonnenhof hilft Betroffenen, Familien und Fachkräften in Spandau bereits seit über 20 Jahren. Der Aktionstag am 9. September ist eine weltweite Tradition seit 1999. Das Datum wurde bewusst gewählt: Der 9. Tag des 9. Monats steht symbolisch für die neun Monate einer Schwangerschaft.