Berlin-Schöneberg gedenkt am 20. Juli dem Widerstand
Am 20. Juli 2026 hat der Bezirk Tempelhof-Schöneberg (Berlin) an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Bezirksbürgermeister Jörn Oltmann und Bezirksstadträtin Eva Majewski Sparacino besuchten dafür den Alten Sankt-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg. Im Namen des Bezirks und der Bezirksverordnetenversammlung legten sie dort einen Kranz am Ehrengrab nieder.
Das Grab ist für die Männer gedacht, die am 20. Juli 1944 versuchten, die Gewaltherrschaft der Nazis zu beenden. Genannt werden dabei Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Generaloberst Ludwig Beck, General Friedrich Olbricht, Oberst Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Oberleutnant Werner von Haeften.
Die Geschichte hinter dem Grab ist grausam. Nach dem gescheiterten Aufstand wurden die Männer in der Nacht zum 21. Juli im Bendlerblock ermordet. Zuerst wurden sie auf dem Kirchhof begraben. Doch die Nationalsozialisten ließen die Leichen kurz darauf wieder ausgraben. Sie wurden im Wedding verbrannt und die Asche auf den Rieselfeldern in Berlin verstreut. Erst Mitte der 1970er Jahre wurde das heutige Ehrengrab errichtet.
Bürgermeister Oltmann betonte bei dem Termin, dass die Widerstandskämpfer aus sehr verschiedenen Welten kamen, aber gemeinsam gegen das Unrecht handelten. Er zog einen Vergleich zur heutigen Zeit und verwies auf Gerichtsurteile zu rechtsextremistischen Bestrebungen in Teilen der AfD. Er sagte, es sei eine Verantwortung vor der Geschichte, die Demokratie mit den Mitteln des Grundgesetzes zu schützen.
Oltmann dankte zudem der Stauffenberg-Gesellschaft und Oberstleutnant Martin Gerdes, die sich um die Pflege des Grabes kümmern.