Berlin Mitte: Demo-Verbot am Gedenktag für Sinti und Roma
Am 2. August findet der internationale Gedenktag an den Völkermord an den Sinti und Roma statt. Um diesen Tag würdevoll zu gestalten, hat die Polizei Berlin eine spezielle Anordnung getroffen. Von 6 Uhr morgens bis kurz vor Mitternacht gelten in einem großen Bereich im Bezirk Mitte (Berlin) strenge Regeln.
Das Verbot betrifft vor allem das Gebiet rund um das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas im Simsonweg. Die Sperre erstreckt sich über das gesamte Regierungsviertel zwischen dem Reichstagsgebäude und dem Pariser Platz. Die Grenzen ziehen sich im Süden über den Bremer Weg, im Westen über die Yitzhak-Rabin-Straße, die John-Foster-Dulles-Allee und die Große Querallee. Im Norden gilt die Paul-Löbe-Allee als Grenze, im Osten der Friedrich-Ebert-Platz und die Ebertstraße inklusive des Pariser Platzes. Alle Gehwege in diesen Bereichen sind mit einbezogen.
In diesem Gebiet sind öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel sowie andere Veranstaltungen untersagt. Das gilt immer dann, wenn die Polizei befürchtet, dass offizielle Gedenkfeiern oder das stille Gedenken gestört werden könnten. Die Regelung gilt für alle Menschen, die sich dort aufhalten. Eine Ausnahme gibt es nur für diplomatische Delegationen und andere Menschen mit besonderen Vorrechten.
Das betroffene Denkmal wurde im Oktober 2012 eingeweiht, nachdem die Planung fast 20 Jahre gedauert hatte. Es erinnert an die bis zu 500.000 Menschen, die zwischen 1933 und 1945 von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden.
Wer die genauen Details der Anordnung oder den Lageplan einsehen möchte, kann dies bei der Polizei Berlin im Regionalabschnitt 27-28 in der Alt-Moabit 145 erledigen. Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.