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Berlin jagt zu teure Mieten mit Computer-Scan

Die Stadt will Vermieter in die Schranken weisen, die ihre Wohnungen zu teuer anbieten. Ein neues Computer-Programm durchsucht nun automatisch die Internet-Portale.

In Berlin (Hauptstadt und Land der Bundesrepublik Deutschland) ist es oft schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Deshalb geht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen nun verstärkt gegen zu hohe Mietpreise vor. Die Stadt nutzt dafür einen sogenannten Mietenscan. Dabei analysiert eine Software automatisch die Anzeigen in den gängigen Internet-Portalen.

Die Technik gleicht die Angebote mit dem aktuellen Mietspiegel 2026 ab. So wird geprüft, ob die Mietpreisbremse eingehalten wird. Normalerweise dürfen Wohnungen nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Wer die Preise deutlich höher ansetzt, riskiert ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit oder sogar wegen Mietwuchers, wenn die Miete mehr als 50 Prozent über dem erlaubten Wert liegt.

Der erste Test im Juni zeigt, wie groß das Problem ist: Die Software erfasste insgesamt 7.757 Inserate. Nachdem Dopplungen und Ausnahmen wie Neubauten aussortiert wurden, blieben 4.539 Wohnungen übrig. Bei fast der Hälfte dieser Anzeigen – insgesamt 2.102 Fälle – gibt es nun den Verdacht, dass die Vermieter gegen die Regeln verstoßen haben. In vielen dieser Fälle vermutet die Stadt sogar Mietwucher.

Jetzt werden die betroffenen Vermieter angeschrieben. Die Firma „Sicheres Wohnen AöR“ erledigt das im Auftrag des Landes Berlin. In den Briefen werden die Vermieter aufgefordert, ihre Preise zu prüfen und gegebenenfalls zu senken. Zudem erhalten sie Informationen zum Mietrecht.

Senator Christian Gaebler erklärte, dass die Stadt alle Möglichkeiten nutzen werde, um den Mieterschutz durchzusetzen. Der Scan soll präventiv wirken und verhindern, dass Vermieter die Notlage der Wohnungssuchenden ausnutzen. Die Durchsicht der Anzeigen soll vorerst jeden Monat stattfinden.

Ob die Vermieter auf die Briefe reagieren und die Preise tatsächlich senken, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die Ermittlungen in den Verdachtsfällen dauern an.

Quelle: Berlin – zur Originalmeldung

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