Berlin hilft Opfern von digitaler Gewalt
In Berlin (Hauptstadt Deutschland) wird digitale Gewalt immer häufiger ein Problem. Das zeigt sich auch in den Zahlen des Bundeskriminalamts: Allein 2024 gab es knapp 30.000 Fälle. Mehr als die Hälfte der Opfer sind Frauen und Mädchen. Besonders oft passiert das in Beziehungen oder nach einer Trennung. Hier stiegen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent.
Digitale Gewalt kommt selten allein. Oft geht sie mit körperlicher oder psychischer Gewalt einher. Täter nutzen zum Beispiel SMS, E-Mails oder soziale Medien für Drohungen. Mit Spyware oder GPS-Trackern kontrollieren sie ihre Partner oder Ex-Partner. Das Ziel ist Macht und Kontrolle, was für die Betroffenen schwere gesundheitliche Folgen hat.
Um hier besser zu helfen, hat der Runde Tisch Berlin zusammen mit der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege eine neue Handlungsempfehlung herausgegeben. Es ist die erste solche Anleitung in Deutschland. Sie richtet sich an medizinisches Personal, etwa in Krankenhäusern. Das Ziel ist, dass Ärzte und Pfleger das Thema digitale Gewalt in ihren Alltag einbauen.
Bei einem Aktionstag im Jüdischen Krankenhaus Berlin wurde das Thema konkret besprochen. Experten, Ärzte und Menschen, die selbst betroffen waren, tauschten sich aus. Die Mitarbeiter im Krankenhaus sollen keine Experten für Technik werden. Aber sie sollen wissen, dass digitale Gewalt existiert, sie aktiv ansprechen und den Betroffenen zeigen, wo es professionelle Hilfe gibt.
Die neue Handreichung soll den Klinikalltag entlasten und pragmatische Tipps geben, wie man Betroffene im Vertrauensverhältnis eines Arztbesuchs erreichen kann. Weitere Details zur Umsetzung der Empfehlungen liegen bislang nicht vor.