Berlin: Große Razzia in zwei Nagelstudios
Am Montag, den 10. August 2026, war in einem Gewerbegebiet in Berlin-Lichtenberg (Berlin) einiges los. Gegen 13 Uhr mittags rückten rund 100 Einsatzkräfte gleichzeitig an. Es war eine große Aktion der Polizei und des Hauptzolls. Die Beamten stürmten zwei Nagelstudios in der Herzbergstraße.
Die Polizisten und Zollbeamten betraten die Gewerbehallen und kontrollierten sofort alle Menschen, die sich in den Studios aufhielten. Die Ermittler wollten herausfinden, ob in den Betrieben Menschen ausgebeutet werden oder ob dort Menschenhandel betrieben wird. Sie wollten Betroffene aus einer Zwangslage befreien.
Insgesamt fanden die Beamten 138 Menschen vor. Das waren 43 Kunden sowie 84 Angestellte und Azubis. Bei der Überprüfung kam heraus, dass mehr als 40 Menschen gegen das Aufenthaltsgesetz verstoßen hatten. Unter diesen Leuten waren auch zwei Minderjährige. Die Jugendlichen wurden später an eine Stelle für unbegleitete Minderjährige übergeben.
Über 40 Menschen mussten für den Erkennungsdienst fotografiert und gefingert werden. 28 von ihnen wurden danach direkt an das Landesamt für Einwanderung überstellt.
Neben der Polizei und dem Zoll waren auch das Bezirksamt Lichtenberg, die Steuerfahndung und die Kassenprüfung vor Ort, um die Betriebe zu prüfen. Die Beamten führten Gespräche mit den Leuten und teilten Infomaterial aus. Am Ende gab es jedoch eine wichtige Nachricht: Niemand gab an, ein Opfer von Menschenhandel zu sein.
Ob und inwieweit sich die Verantwortlichen der Studios strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen dauern an.