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Berlin fördert digitalen Helpdesk für bedrohte Reporter

Die Stadt Berlin unterstützt ein neues Projekt von Reporter ohne Grenzen. Ein digitaler Helpdesk soll Journalisten weltweit beibringen, wie sie sich im Netz schützen.

Journalisten auf der ganzen Welt stehen immer öfter unter Druck. Viele werden im Internet überwacht, gehackt oder mit Hassnachrichten bombardiert. Um hier zu helfen, startet die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) einen digitalen Helpdesk. Finanziert wird das Ganze durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin (Berlin, Hauptstadt und Land der Bundesrepublik Deutschland).

Auf der Webseite helpdesk.rsf.org finden Medienschaffende Tipps zu wichtigen Themen. Es geht darum, wie man Nachrichten verschlüsselt, Accounts absichert oder mit Fake News und Hassrede im Netz umgeht. Damit die Nutzer wirklich anonym bleiben und Regierungen die Seite nicht sperren können, ist der Helpdesk auch im sogenannten Darknet über das Tor-Netzwerk erreichbar.

Ein besonderes Extra ist ein interaktives Tool. Damit können Reporter ihre eigene Gefahrenlage analysieren. Sie geben an, was sie schützen wollen und wer ihre Gegner sind. Das Programm spuckt dann automatisch aus, wie groß die Gefahr ist und was man dagegen tun kann.

Zusätzlich gibt es kostenlose Schulungsvideos und Online-Sprechstunden. Dort wird ganz praktisch erklärt, wie man Social-Media-Accounts schützt, welche Messenger-Apps sicher sind und wie man mit einem VPN Zensur umgeht. Damit die Fragen schnell beantwortet werden, hat ROG extra einen Informatiker im Nothilfereferat eingestellt.

Das Projekt ist Teil eines größeren Berliner Stipendienprogramms. Bis Ende des Jahres werden 19 Journalisten aus aller Welt nach Berlin geholt. Sie werden hier mehrere Monate lang intensiv in digitaler Sicherheit geschult. Das Ziel ist, dass sie dieses Wissen später in ihren Heimatländern an Kollegen weitergeben. Die Nachfrage nach diesen Plätzen war riesig: Auf nur neun Plätze in einer Runde bewarben sich über 500 Menschen aus 80 Ländern.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hilft bereits seit 2010 über ihr Nothilfereferat in Berlin bei medizinischen Behandlungen oder in sozialen Notlagen. Mit dem neuen Helpdesk wird nun die digitale Seite der Sicherheit gestärkt, da Staaten weltweit immer mehr Überwachungs-Software einsetzen.

Quelle: Senatskanzlei Berlin – zur Originalmeldung

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