Berlin ehrt Historiker Simon Dubnow mit Gedenktafel
In der Ruhlaer Straße 8 in Berlin-Schmargendorf (Berlin) hängt seit dem 26. August eine neue Gedenktafel. Sie erinnert an den Historiker Simon Dubnow, der von 1860 bis 1941 lebte. Die weiße Tafel aus Porzellan markiert den Ort, an dem Dubnow eine Zeit lang wohnte und arbeitete.
Dubnow kam 1922 im Alter von 62 Jahren nach Berlin. Er war mit seiner Frau Ida aus Sowjetrussland geflohen, weil dort Hunger herrschte und er politisch verfolgt wurde. Berlin war damals ein wichtiger Treffpunkt für jüdische Menschen aus Russland. In der Stadt schrieb er sein wichtigstes Werk: eine zehnbändige Weltgeschichte des jüdischen Volkes.
Dubnow setzte sich zeitlebens für die Rechte von Minderheiten ein. Er wollte, dass jüdische Gemeinden sich selbst verwalten können. Später wurde er in der Politik aktiv und gründete eine Partei. Doch mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten wurde die Lage gefährlich. 1933 musste Dubnow gemeinsam mit seiner Frau erneut fliehen, diesmal nach Riga in Lettland.
Das Ende seines Lebens war grausam. Seine Frau starb bereits ein Jahr nach der Flucht. Simon Dubnow selbst wurde 1941 ermordet, als die Nazis das Ghetto in Riga liquidierten. Dabei halfen ihnen auch lokale Leute aus der Region.
Die Gedenktafel ist Teil eines Programms des Landes Berlin. Hergestellt wurden die Tafeln von der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Der Verein "Aktives Museum Faschismus und Widerstand" hat die Texte recherchiert und die Enthüllung organisiert.