Berlin-Britz: Polizei setzt Stromgerät gegen 77-Jährigen ein
Gegen 13:50 Uhr passierte im Martin-Wagner-Ring in Berlin-Britz (Berlin) ein ungewöhnlicher Vorfall. Ein 77-jähriger Mann stand vor einem Wohnhaus und schrie lautstark. Ein 32-jähriger Anwohner beobachtete das Ganze von seinem Balkon aus und sprach den Mann an. Das Gespräch verlief jedoch nicht friedlich: Der ältere Mann beschimpfte den Anwohner und zog plötzlich ein Messer. Danach verschwand er vom Ort.
Der Anwohner rief sofort die Polizei. Mehrere Beamte suchten das Wohnviertel ab und fanden den 77-Jährigen schließlich in einem anderen Mehrfamilienhaus im selben Ring. Weil es einen richterlichen Beschluss gab, durchsuchten die Polizisten auch seine Wohnung.
Als die Beamten die Wohnungstür öffneten, hielt der Mann das Messer immer noch in der Hand. Die Polizisten forderten ihn mehrfach auf, die Waffe wegzulegen. Sie drohten ihm sogar mit dem Einsatz eines Distanzelektroimpulsgeräts, einem sogenannten Taser. Doch der Mann hörte nicht auf sie und lief stattdessen auf die Beamten zu. Daraufhin setzten die Einsatzkräfte das Stromgerät ein.
Der 77-Jährige wurde durch den Stromschlag verletzt. Die Retter versorgten ihn noch vor Ort medizinisch. Später wurde er in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses gebracht.
Erst bei der genaueren Untersuchung des Messers kam die Überraschung: Es war gar keine echte Waffe, sondern nur eine Attrappe. Die Ermittlungen dauern an. Ob und inwieweit sich der Mann strafbar gemacht hat, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.