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Berlin baut neue Wohnungen für Fledermäuse

In drei großen Waldgebieten der Hauptstadt wurden hunderte Kästen aufgehängt. Damit sollen besonders gefährdete Fledermausarten besser geschützt werden.

In den Wäldern von Berlin (Hauptstadt Deutschlands) gibt es zu wenig natürliche Verstecke für Fledermäuse. Die Tiere suchen normalerweise nach Baumhöhlen oder Spalten in alten Stämmen, um dort zu schlafen, ihre Jungen aufzuziehen oder zu überwintern. Solche Höhlen brauchen aber Jahrzehnte, bis sie entstehen. In den jüngeren Wäldern der Stadt fehlen diese Plätze schlichtweg.

Deshalb wurden nun im Grunewald, in der Mittelheide und in der Köllnischen Heide neue „Wohnkomplexe“ für die Tiere eingerichtet. Insgesamt hängten Mitarbeiter des Instituts für Zoo- und Wildtiere zusammen mit den Berliner Forsten und der Senatsverwaltung 400 Fledermauskästen auf. Zusätzlich kamen über 60 Nistkästen für Vögel dazu. Alleine im Grunewald entstanden sechs dieser Komplexe, in der Mittelheide und der Köllnischen Heide jeweils einer. Jeder dieser Verbünde besteht aus 50 Fledermauskästen und acht Vogelkästen.

Die Kästen sind unterschiedlich gebaut. Manche haben einen anderen Innenraum oder ein anderes Klima. So können die Tiere je nach Wetter oder Bedarf entscheiden, welcher Kasten gerade am besten passt – ob als Tagesversteck oder zum Überwintern.

Besonders wichtig ist die Aktion für den Großen Abendsegler und die Rauhautfledermaus. Diese beiden Arten sterben oft, weil sie mit Windrädern kollidieren. Die neuen Kästen wurden deshalb bewusst weit weg von Windenergieanlagen platziert. Die Tiere sollen so in sicheren Gebieten bleiben und dort ihre Populationen stärken.

In den nächsten Jahren wird nun genau beobachtet, wie viele Tiere die neuen Wohnungen tatsächlich nutzen und welche Modelle am beliebtesten sind. Die Daten helfen der Senatsverwaltung dabei, den Bestand der Tiere zu bewerten und Berichte an die EU zu schicken. Außerdem sollen Infotafeln vor Ort andere Menschen dazu anregen, ebenfalls Kästen für den Fledermausschutz aufzuhängen.

Das Projekt „Kastenhilfe“ wird vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung geleitet und mit Geld vom Bund gefördert.

Quelle: Senatskanzlei Berlin – zur Originalmeldung

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