Bechhofen: Nachfahre jüdischer Familie besucht seine Wurzeln
Steven Bechhofer lebt heute mit seiner Familie in Neubiberg bei München. Er ist in Bechhofen (Mittelfranken) kein Unbekannter mehr, da er schon öfter zu Gedenkveranstaltungen in den Ort kam. Diesmal reiste er zusammen mit Rabbiner Dr. Tom Kucera von seiner Gemeinde Beth Shalom an.
Am Synagogenplatz wurden die beiden von den Bürgermeistern Sven Waidmann und Martin Günther sowie der Heimatpflegerin Claudia Dommel empfangen. Bei dem Treffen überreichte Steven Bechhofer ein besonderes Dokument: einen Brief seines Onkels Jerry Bechhofer. Der Onkel war früher als Gerhard Bechhöfer bekannt und diente nach dem Zweiten Weltkrieg als Offizier der US-Army. Im Juli 1945 besuchte er seinen Heimatort Bechhofen zum ersten Mal seit seiner Auswanderung wieder. In dem Brief, den Steven Bechhofer nun erstmals ins Deutsche übersetzt hat, beschreibt der Onkel seine Eindrücke von diesem Tag und den Begegnungen mit den Bewohnern.
Die Gruppe besuchte anschließend das Rathaus. Dort sahen die Gäste ein Modell der ehemaligen Scheunensynagoge. Das Gebäude war früher für seine besonderen Malereien aus dem 18. Jahrhundert bekannt, bevor es während der Reichspogromnacht 1938 niedergebrannt wurde.
Ein weiterer Halt führte die Gruppe zum jüdischen Friedhof. Dort zeigte Claudia Dommel den Besuchern die Gräber der Familie Bechhöfer. Danach besuchten sie das Shoa-Opfer-Denkmal, das an die jüdischen Opfer aus dem Ort erinnert. Zum Abschluss des Besuchs besichtigten die Gäste noch das Deutsche Pinsel- und Bürstenmuseum sowie das Museum „Wiegen und Messen“.
Steven Bechhofer und sein Rabbiner zeigten sich tief bewegt von der Gastfreundschaft im Ort.
Quelle: Bechhofen – zur Originalmeldung