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Bautzen fordert Strom auf der Schiene nach Görlitz

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Politiker und Firmenvertreter trafen sich im ALSTOM-Werk, um Druck für die Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden–Görlitz zu machen.

In Bautzen (Sachsen) ist die Stimmung angespannt, wenn es um die Bahnstrecke nach Görlitz geht. Oberbürgermeister Karsten Vogt lud deshalb rund 30 Leute aus Politik, Wirtschaft und Forschung zu einem Treffen ein. Der Ort war bewusst gewählt: Man traf sich im ALSTOM-Werk. Dort wird deutlich, warum die fehlenden Oberleitungen ein echtes Problem sind.

Die Werksleiterin Beata Krehel erklärte, dass die Firma heute moderne Züge für die ganze Welt baut. Aber für eigene Tests im Hochgeschwindigkeitsbereich muss man oft weit weg. Wenn die Strecke elektrifiziert wäre, könnten die Tests direkt vor Ort passieren. Das würde nicht nur Zeit sparen, sondern auch Kosten in Höhe von einer Million Euro pro Jahr und etwa 100 Tonnen CO₂ einsparen. Aktuell müssen die Fahrzeuge mühsam mit anderen Transportmitteln nach Dresden gebracht werden.

Auch andere Firmen haben ihre Probleme geschildert. Die BayWa transportiert riesige Mengen an Saaten – in fünf Jahren waren das etwa 27.000 Lkw-Ladungen. Bei KNDS in Görlitz steigt die Produktion, aber vieles muss immer noch über die Straße laufen. Die Karosseriewerke Dresden sagten klar: Ohne eine verlässliche Schienenverbindung ist es schwer, unternehmerische Entscheidungen zu treffen.

Für die Menschen in der Region ist die Strecke eine Lebensader. Täglich pendeln fast 18.000 Menschen zur Arbeit, und die Züge sind oft schon jetzt voll. Besonders ärgerlich ist, dass es für den Abschnitt zwischen Demitz-Thumitz und Görlitz immer noch keine konkrete Planung gibt, während drumherum bereits elektrifiziert wird.

Auch der Blick nach Polen ist wichtig. Viele Arbeiter der ULT AG aus Löbau kommen aus Polen, für die zählt jede Minute Reisezeit. Forscher vom CASUS-Institut und Experten von Silicon Saxony betonten, dass die Verbindung nach Breslau für die Wissenschaft und die Software-Branche extrem wichtig ist. Zwei Stunden Wartezeit am Bahnhof in Görlitz seien keine Lösung.

Die Bundestagsabgeordneten Dr. Paula Piechotta, Kathrin Michel und Florian Oest waren ebenfalls dabei. Florian Oest machte deutlich, dass man in Berlin nach Geld für die Planungen sucht. Die Politiker brauchen nun starke Argumente aus der Wirtschaft, um den Bund zu überzeugen.

Das Ziel ist klar: Die Region will gemeinsam auftreten, damit die Strecke zwischen Demitz-Thumitz und Görlitz endlich fest eingeplant wird. Es geht nicht nur um schnellere Züge, sondern darum, ob die Region wirtschaftlich überleben kann.

Quelle: Bautzen – zur Originalmeldung

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