Baierbach setzt auf Nahwärmenetz für Hausbesitzer
In Baierbach (Landkreis Landshut, Bayern) gibt es ein Angebot für Hausbesitzer, die ihre Heizung modernisieren wollen. Die BEU GmbH & Co. KG, die zur Riedl Unterahrain Unternehmensgruppe gehört, betreibt ein Nahwärmenetz. Das Unternehmen nutzt eine Biogasanlage aus dem Jahr 2011 sowie Photovoltaik, um Strom und Wärme zu erzeugen. Die dabei entstehende Abwärme wird nun genutzt, um 88 Häuser und einen Industriebetrieb zu beheizen.
Für die Bewohner bringt der Anschluss mehrere Vorteile. Wer mitmacht, braucht keinen Platz mehr im Keller für große Öltanks und spart sich die Kosten für den Kaminkehrer. Zudem ist der Preis für die Wärme stabil und hängt nicht von den schwankenden Ölpreisen ab. Die Wartung der Übergabestation übernimmt die BEU, sodass für die Eigentümer kein Mehraufwand entsteht.
Der Anschluss ist jedoch mit Kosten verbunden. Die Gebühr pro Haus liegt bei etwa 12.000 Euro netto. Für Gebäude mit einem Bedarf von mehr als 30 kW müssen die Preise einzeln verhandelt werden. Wichtig ist, dass jedes Haus einen Pufferspeicher mit 800 Litern einbauen muss; ohne diesen Speicher ist ein Anschluss nicht möglich. Die BEU und Partnerfirmen kümmern sich dabei um die Lieferung von Hackschnitzeln und die Verlegung der Leitungen in einer Tiefe von 1,2 Metern.
Die laufenden Kosten setzen sich aus einem Arbeitspreis von 0,119 Euro pro kWh (brutto), einem Grundpreis von 41,65 Euro pro kW und Jahr sowie einem Messpreis von 160,65 Euro pro Jahr zusammen.
Um die Kosten zu senken, gibt es staatliche Zuschüsse über die Bafa. Wer eine alte Ölheizung ersetzt, kann bis zu 45 Prozent der Kosten zurückbekommen. Bei einer alten Holzheizung sind es 35 Prozent. Die Anträge müssen online bei der Bafa gestellt werden. Zudem gibt es Kreditmöglichkeiten über die KfW-Bank, die über die jeweilige Hausbank beantragt werden können.
Ein spezielles Angebot galt für diejenigen, die bis zum 1. März 2022 einen Gestattungsvertrag unterschrieben haben: In diesem Fall sank die Anschlussgebühr auf 9.500 Euro netto. Die ersten 20 Teilnehmer erhielten zudem den nötigen Pufferspeicher kostenlos. Großverbraucher mit mehr als 30 kW waren von diesem Rabatt ausgeschlossen.
Quelle: Baierbach – zur Originalmeldung