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Bad Tabarz beendet jahrelange Finanzkrise

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Nach über 25 Jahren mit roten Zahlen verlässt die Gemeinde die Haushaltssicherung. Trotz des Erfolgs warnt der Bürgermeister vor neuen Engpässen.

Bad Tabarz (Landkreis Gotha, Thüringen) kann endlich wieder aufatmen. Über ein Vierteljahrhundert lang steckte der Ort in einer tiefen finanziellen Krise. Die Schulden aus den 1990er Jahren waren so hoch, dass die Gemeinde zeitweise zu den verschuldetsten Orten in ganz Thüringen gehörte. Besonders das große Sport- und Gesundheitsbad TABBS mit seinen 1.400 Quadratmetern Wasserfläche kostete viel Geld und war 2013 sogar insolvent.

Seit zehn Jahren versucht die Verwaltung nun, das Ruder herumzureißen. Bürgermeister David Ortmann und Kämmerer Steve Gerlach haben einen harten Sparkurs durchgezogen. Sie haben Gebühren erhöht, Grundstücke verkauft und die Verwaltung komplett umgebaut. Das Ergebnis: Die Schuldenlast sank um 4,1 Millionen Euro. Das sind über 36 Prozent weniger als zuvor.

Das Geld floss in die dringend nötigen Sanierungen. Bauamtsleiterin Stephanie Fröhlich berichtet, dass vor allem alte Gebäude auf Vordermann gebracht wurden. So wurden der Kindergarten, die Kinderkrippe, die Bibliothek und das Sportlerheim erneuert. Auch viele Gehwege wurden saniert, unter anderem im Mönchhof sowie in der Langenhainer-, Reinhardsbrunner- und Lauchagrundstraße. In der Max-Alvary-Straße und der Walther-Rathenau-Straße sollen die Arbeiten an den Gehwegen noch in diesem Jahr fertig werden.

Ein großer Erfolg ist zudem das Internet. Während Bad Tabarz 2019 noch schlecht versorgt war, gibt es heute eine Gigabit-Anbindung mit bis zu 1.000 Mbit/s in der ganzen Gemeinde.

Doch die Erleichterung hält nicht lange an. Die Gemeinde muss weiterhin sparen. Die Einnahmen stagnieren, während die Kosten steigen. Allein die Personalkosten im Kindergarten sind durch neue Tarife und Betreuungsschlüssel um rund 250.000 Euro nach oben geschossen. Zudem zahlt der Ort dieses Jahr 320.000 Euro mehr an den Landkreis ab, als er an staatlichen Zuweisungen erhält.

Auch in Zukunft stehen teure Projekte an. Der Jugendclub und die Grünanlagen müssen saniert werden. Besonders das Bad TABBS bleibt ein Kostenfaktor: Drei Millionen Euro flossen bereits in die energetische Sanierung, weitere sechs Millionen Euro sind geplant. Bürgermeister Ortmann betont deshalb, dass die Gemeinde trotz des Ausstiegs aus der Haushaltssicherung wachsam bleiben und weiterhin sparen muss.

Quelle: Bad Tabarz – zur Originalmeldung

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