Bad Tabarz will kinderfreundlichere Kommune werden
In Bad Tabarz (Landkreis Gotha, Thüringen) sollen Kinder und Jugendliche in Zukunft mehr zu sagen haben. Das Jugendparlament und der Gemeinderat haben dazu einen großen Plan beschlossen. Insgesamt 21 Vorhaben stehen bis zum Jahr 2029 an. Damit will die Gemeinde das offizielle Zertifikat als „Kinderfreundliche Kommune“ bekommen.
Einige Dinge gibt es in Bad Tabarz bereits. Seit 2020 gibt es einen Freizeitpass. Damit kosten der Eintritt im Sport- und Gesundheitsbad TABBS sowie Fahrten mit der Thüringer Waldbahn für Kinder nur einen Euro. Die Bibliothek ist für Kinder kostenlos. Auch das Schulessen wird gelobt und wurde 2024 als das beste Deutschlands ausgezeichnet. Zudem wurden zwei neue Spielplätze und ein Pumptrack im Lauchagrund gebaut.
Der neue Plan baut auf diesen Erfolgen auf. Die Hauptamtsleiterin Franziska Robes und ihre Kollegin Stefanie Gause koordinieren die kommenden Schritte. Besonders wichtig sind dabei die Bereiche Verkehr, die Verwaltung und die Rechte von Kindern. Das Jugendparlament soll gestärkt werden und ein eigenes Budget bekommen. Damit können die Jugendlichen selbst entscheiden, wofür sie Geld ausgeben. Außerdem soll es Formate wie „Frag den Bürgermeister“ in Schulen und im Rathaus geben, damit junge Leute ihre Wünsche direkt vorbringen können.
Auch im Ort soll sich einiges ändern. Die Gemeinde möchte den Schulhof am Nachmittag öffnen und neue Treffpunkte schaffen. Geplant ist unter anderem ein Jugendzentrum im ehemaligen tegut-Markt sowie weitere Plätze am Pumptrack und im Wohngebiet Am Mönchhof. Spielplätze und Wege sollen barriereärmer werden, damit alle sie besser nutzen können.
Bürgermeister David Ortmann setzt zudem auf mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Bushaltestellen sollen verbessert und sicherere Übergänge an Schulen und Kitas geschaffen werden. Es wird geprüft, ob eine Haltestelle direkt in den Campusbereich verlegt werden kann. Bei diesen Bauvorhaben sollen Eltern und Kinder direkt mitreden dürfen.
Ein weiterer Punkt sind die Kinderrechte. Es soll einen Lernpfad geben und einen „Kinderrechte-Koffer“, den man sich in der Bibliothek ausleihen kann. Auch die Gemeinde-App soll mehr Infos für Familien bieten. Eine eigene Stelle für eine Kinder- und Jugendbeauftragte gibt es erst einmal nicht. Stattdessen übernehmen feste Mitarbeiter in der Verwaltung die Aufgaben zusammen mit dem Jugendpfleger und dem Kreisjugendring.
Wie weit die Gemeinde mit den Plänen kommt, wird jedes Jahr im Gemeinderat und im Jugendparlament besprochen. Der Verein Kinderfreundliche Kommunen begleitet den gesamten Prozess.
Quelle: Bad Tabarz – zur Originalmeldung