Bad Tabarz beendet jahrelange Finanzkrise
Bad Tabarz (Landkreis Gotha, Thüringen) kann endlich wieder aufatmen. Über ein Vierteljahrhundert lang steckte der Ort in einer tiefen finanziellen Krise. Die Schulden aus den 1990er Jahren waren so hoch, dass die Gemeinde zeitweise zu den verschuldetsten Orten in ganz Thüringen gehörte. Besonders teuer war der Betrieb des Sport- und Gesundheitsbades TABBS, einer der größten Thermen des Landes, die 2013 sogar in die Insolvenz rutschte.
Um aus dem Loch herauszukommen, startete die Verwaltung unter Bürgermeister David Ortmann und Kämmerer Steve Gerlach im Jahr 2015 einen harten Sparkurs. Die Gemeinde prüfte jede einzelne Ausgabe und passte Gebühren und Hebesätze an. Zudem wurden Grundstücke verkauft und die Verwaltung komplett umgebaut. Das Ziel war klar: Die Schuldenlast von damals 11,2 Millionen Euro musste sinken.
Die Strategie ging auf. In den letzten zehn Jahren konnten die Schulden um über 36 Prozent gedrückt werden – das sind satte 4,1 Millionen Euro weniger. Trotz des strikten Sparens floss zwischen 2016 und 2025 viel Geld in den Ort. Insgesamt wurden mehr als 26 Millionen Euro investiert. Dabei ging es vor allem darum, Altes zu retten. Der Kindergarten, die Krippe, die Bibliothek und das Sportlerheim wurden saniert. Auch viele Gehwege, etwa im Mönchhof oder in der Max-Alvary-Straße, wurden erneuert.
Ein großer Erfolg ist die Digitalisierung. Während Bad Tabarz 2019 noch schlecht vernetzt war, gibt es heute eine Gigabit-Anbindung im ganzen Ort. Damit gehört die Gemeinde zu den modernsten in Deutschland.
Doch die Freude ist nur begrenzt. Der Bürgermeister warnt, dass die Gemeinde weiterhin sparsam sein muss. Die Kosten steigen, während die Einnahmen stagnieren. Allein im Kindergarten sind die Personalkosten durch neue Tarife um etwa 250.000 Euro gestiegen. Zudem muss der Ort mehr Geld an den Landkreis abführen, als er an staatlichen Zuweisungen bekommt. In diesem Jahr klafft hier eine Lücke von 320.000 Euro.
Auch die kommenden Aufgaben sind teuer. In den Jugendclub und die Grünanlagen muss investiert werden. Vor allem das Bad TABBS bleibt ein Kostenfaktor: Nachdem bereits drei Millionen Euro in die energetische Sanierung flossen, sollen weitere sechs Millionen Euro folgen. Die Gemeinde bleibt also trotz des Erfolgs wachsam.
Quelle: Bad Tabarz – zur Originalmeldung