Bad Homburg hilft verletzten Wildtieren besser
Wer in Bad Homburg (Hessen) ein Tier in Not findet, hat oft ein Problem: Wer ist eigentlich zuständig? Bisher gab es keine feste Anlaufstelle. Deshalb riefen viele Leute einfach die Polizei oder die Feuerwehr an, obwohl die Beamten und Retter für solche Fälle gar nicht zuständig sind.
Das soll sich nun ändern. Die Stadt baut ein eigenes Management für Wildtiere auf. Der städtische Ranger Boris Heinrich wird dabei die zentrale Person. Er berät die Bürger, nimmt Meldungen auf und kümmert sich um Konflikte mit Wildtieren oder Krankheiten bei den Tieren. Damit alles reibungslos läuft, gibt es einen neuen Leitfaden. Dieser regelt die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, Jägern und Naturschützern.
Zusätzlich arbeitet die Stadt mit der Wildtierhilfe Schäfer e.V. zusammen. Die Organisation hat viel Erfahrung darin, wie man verletzte Tiere versorgt. Über die Website der Stadt können die Bewohner künftig direkt eine Erstberatung bekommen. Wenn nötig, vermittelt der Verein auch Pflegestellen.
Wer im Rhein-Main-Gebiet ein Tier findet, kann es unter bestimmten Bedingungen im Wildtierhilfe-Zentrum in Neu-Isenburg (Bahnhofstraße 1–7) abgeben. Das geht täglich von 13 bis 19 Uhr, aber nur, wenn vorher unter 0176-32688910 angerufen wurde und noch Platz da ist.
Die Stadt warnt aber: Man soll nicht jedes Tier sofort mitnehmen. Oft passen die Eltern ihre Jungtiere noch, auch wenn es so aussieht, als wären sie allein. Außerdem können Tiere Krankheiten übertragen. Wer ein Tier einfach mitnimmt und behält, macht sich unter Umständen sogar strafbar, weil das als Wilderei gewertet werden kann. Die Faustregel lautet: Retten und Melden ist okay, Mitnehmen und Behalten ist verboten.
Als erste Hilfe empfiehlt die Stadt die kostenlose App „Wildtier SOS“. Dort findet man schnell heraus, was zu tun ist und wer in der Region helfen kann. Für Fragen ist die Wildtierhilfe Schäfer e.V. unter 0178/7215103 oder per E-Mail unter [email protected] erreichbar.