Bad Camberg: Freizeitbad bleibt dieses Jahr geschlossen
Eigentlich sollten die Bürger in Bad Camberg (Landkreis Limburg-Weilburg, Hessen) zum Saisonstart 2026 wieder ins Wasser springen können. Doch die Sanierung des Freizeit- und Erholungsbades läuft nicht nach Plan. Zuerst gab es Probleme im Frühjahr, weshalb die Stadt den Termin auf den Spätsommer verschob. Nun ist klar: Das Bad bleibt für den Rest des Jahres zu.
Hauptgrund für das Chaos ist eine Firma aus Hamburg. Das Unternehmen hatte den Zuschlag für die Putzarbeiten bekommen, hielt aber die Termine oft nicht ein. Zudem war die Qualität der Arbeit häufig so schlecht, dass alles wieder korrigiert werden musste. Die Stadt versuchte es erst mit Fristen und Anwälten, doch das half wenig. Am Ende mussten sogar die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und eine andere Firma einspringen, um die Fehler des Hamburger Putzers auszubügeln.
Die Stadtverwaltung hatte bis zuletzt gehofft, zumindest einen Teil des Bades am 15. September zu öffnen. Doch das wäre teuer geworden. Für provisorische Duschen, Umkleiden, eine Not-Gastronomie und die manuelle Ticketkontrolle hätten rund 200.000 Euro zusätzlich fließen müssen. Da die Saison dann ohnehin fast vorbei ist und das Wetter im September unsicher ist, hat der Magistrat entschieden, dass sich diese Kosten nicht lohnen.
Ein weiterer Punkt: Hätte man das Bad teilweise geöffnet, hätten die Bauarbeiten an anderen Stellen unterbrochen werden müssen. Das hätte die gesamte Bauzeit verlängert und die Kosten weiter in die Höhe getrieben. Besonders bei den Außenanlagen hätte das Risiko bestanden, dass man erst 2027 fertig wird.
Bürgermeister Daniel Rühl räumte ein, dass die Nachricht eine Enttäuschung für die Menschen in Bad Camberg sei. Er gab zu, dass man die Entscheidung eigentlich schon im Juni hätte treffen müssen. Jetzt konzentriert sich die Stadt darauf, die Arbeiten sauber zu beenden. Ziel ist es, dass das Bad im Jahr 2027 regulär wieder in Betrieb geht.