Ailertchen: Millionen-Umbau am Wiesensee läuft
Am Wiesensee (Ailertchen, Westerwaldkreis, Rheinland-Pfalz) wird derzeit kräftig gearbeitet. Die Gemeinde möchte damit klarstellen, was genau vor Ort passiert, da es in den sozialen Medien viele Diskussionen gibt. Der See ist nämlich nicht einfach nur ein Ort für die Freizeit, sondern ein wichtiges Hochwasserrückhaltebecken. Er kann etwa 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser speichern und muss deshalb strengen Sicherheitsregeln folgen.
Ein großes Problem ist der Schlamm: Rund 190.000 Kubikmeter davon liegen am Boden des Sees. Die Gemeinde will den Schlamm nicht mit Lkw abtransportieren, da dies zu teuer wäre und etwa 10.500 Lkw-Ladungen bedeuten würde. Stattdessen wird der Schlamm innerhalb des Sees umgelagert. Zuerst wird das Gelände gemäht, dann schieben Spezialmaschinen den Schlamm beiseite und baggern ihn. So entstehen wieder tiefere Stellen im Wasser.
Auch an der Technik wird gearbeitet. Der sogenannte Mönch, der den Wasserabfluss regelt, ist bereits erneuert. Jetzt folgt die Hochwasserentlastungsanlage. Diese sorgt dafür, dass bei starkem Regen das Wasser sicher abfließen kann, ohne dass der Damm gefährdet wird. Die Genehmigung für den Umbau liegt vor, die Arbeiten sollen bis Herbst 2026 fertig sein.
Insgesamt kosten die aktuellen Maßnahmen etwa 3,9 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Projekt mit einer Förderung von 1,6 Millionen Euro. Dass der Damm sicher ist, wurde durch Bohrungen und Gutachten bestätigt. Solche Prüfungen sind bei dieser Art von Anlage alle 15 bis 20 Jahre Pflicht.
Neben dem Schutz vor Hochwasser ist der See ein wichtiger Ort für die Natur. Er liegt in einem Landschaftsschutzgebiet und ist ein Rastplatz für Vögel. Durch die Schlammumlagerung und die spätere Wiedervernässung soll der Naturschutz gestärkt werden. Für Besucher gibt es weiterhin den barrierefreien Rundweg zum Wandern oder Segeln, auch wenn der See kein Badesee ist.
Einige Maschinen stehen bereits vor Ort und warten auf ihren Einsatz. Ab 2027 soll das Wasser wieder voll angestaut werden.
Quelle: Ailertchen – zur Originalmeldung