Ahaus: Studierende zeigen Geschichte der Grenze
Die deutsch-niederländische Grenze ist heute für die meisten Menschen kaum noch spürbar. Doch früher sah das anders aus. Es gab Konflikte, strenge Kontrollen und politische Kämpfe, aber auch einen regen Austausch zwischen den Nachbarn. Genau diesen Themen sind Studierende der Universität Münster in einem Praxisseminar nachgegangen.
Am 16. September 2026 laden sie das Publikum ein, die Ergebnisse ihrer Arbeit kennenzulernen. Die Veranstaltung findet um 18:00 Uhr in der Villa van Delden in Ahaus (Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen) statt.
Die Studierenden haben in den letzten Monaten nicht nur in Büchern gelesen. Sie haben in Archiven in Ahaus, Stadtlohn und Südlohn gewühlt und sich mit dem Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e. V. abgestimmt. Sie haben alte Karten, Akten und Fotos untersucht, um eigene Fragen zur Geschichte der Region zu beantworten.
Die Themen sind vielfältig: Es geht unter anderem um die Missionsstation in Oeding oder die Grenzsicherung im Amt Ammeloe während des Ersten Weltkriegs. Auch die Abschiebungen von Staatenlosen im Raum Südlohn, Stadtlohn und Vreden wurden untersucht. Sogar die Flutkatastrophe von 1953 und die unterschiedliche Drogenpolitik beider Länder in den 1980er-Jahren waren Teil der Forschung.
Um die Theorie mit der Praxis zu verbinden, waren die Studierenden auch direkt vor Ort unterwegs. Bei einer Exkursion nach Vreden und Oeding haben sie nach alten Grenzsteinen gesucht und sich ehemalige Zollhäuser sowie das Zollamt Gaxel angesehen. Dabei ging es auch um die Spuren, die Schmuggler in der Region hinterlassen haben.
Präsentiert wird das Ganze nicht als trockener Vortrag. Einige Studierende nutzen sogenannte History Slams. Dabei werden die historischen Fakten kurz, knackig und unterhaltsam auf die Bühne gebracht, um die Geschichte der Grenzregion lebendig zu machen.
Quelle: Ahaus – zur Originalmeldung