Aachen feiert 125 Jahre Statistisches Amt
Das Statistische Amt in Aachen (Nordrhein-Westfalen) feiert ein großes Jubiläum. Seit 125 Jahren werden in der Stadt Zahlen und Daten gesammelt. Anlass ist ein Rückblick auf die Anfänge der Behörde und das Leben ihres ersten Chefs, Dr. Max Mendelson.
Mendelson übernahm die Leitung des neu gegründeten Amtes am 1. August 1901. Er stammte aus Wetzendorf in Sachsen-Anhalt und hatte Volkswirtschaft sowie Rechtswissenschaft studiert. In Aachen baute er die Stelle von Grund auf auf. Er war für alles zuständig, was mit Zahlen zu tun hatte: Er erstellte den jährlichen Verwaltungsbericht, organisierte die Wahllisten für die Wahlen zum Reichstag und Landtag und führte Volks- und Wohnungszählungen durch. Sogar eine Befragung für Schüler zur Berufswahl führte er erstmals im Jahr 1901 ein.
Zeitgenossen erinnerten sich später an einen Mann, der unermüdlich arbeitete und Berichte oft bis tief in die Nacht schrieb. Mendelson leitete ein Team von fünf bis zwölf Mitarbeitern. Neben seinem Job im Amt hielt er Vorträge über Themen wie die Wohnungsnot oder den Zusammenhang von Wetter und Sterblichkeit. Viele seiner schriftlichen Arbeiten sind heute jedoch verloren, da das Amt im Zweiten Weltkrieg zweimal zerstört wurde.
Das Ende seines Lebens war durch den Krieg bestimmt. Mendelson wurde einberufen und diente als Hauptmann. Er erhielt das Eiserne Kreuz, starb aber am 18. Mai 1915 in einem Feldlazarett in Russland, nachdem er schwer verwundet worden war. Sein Grab befindet sich heute auf dem Aachener Waldfriedhof in der Nähe des Bismarckturms.
Das aktuelle Team der Statistikstelle feiert das Jubiläumsjahr nun mit einer besonderen Aktion. Bis August 2027 veröffentlicht die Stadt regelmäßig kuriose Zahlen und Fakten aus der Geschichte der Stadt auf der Internetseite aachen.de/statistik. Dabei geht es unter anderem um die Bevölkerungsentwicklung oder die Zuschauerzahlen bei Heimspielen von Alemannia Aachen.
Quelle: Aachen – zur Originalmeldung