Zollernalbkreis: Hitze und Trockenheit ruinieren Obsternte
Am Anfang des Jahres sah es eigentlich gut aus. Die Bäume auf den Streuobstwiesen im Zollernalbkreis (Baden-Württemberg) blühten kräftig, und es sah nach einer ordentlichen Ernte aus. Doch dann kam die Hitze. Weil es kaum geregnet hat, leiden die Pflanzen nun massiv unter der Trockenheit.
Das Ergebnis ist deutlich sichtbar: Die Früchte bleiben klein, und viele fallen vorzeitig vom Baum. Zudem brennt die starke Sonne die Früchte regelrecht ein. Ein kurzes Gewitter hilft jetzt auch nicht mehr, denn der Boden ist so ausgetrocknet, dass das Wasser einfach oberflächlich abfließt, statt in die Wurzeln zu sickern. Achim Beck vom Landwirtschaftsamt erklärt, dass es für die aktuelle Ernte wahrscheinlich zu spät ist. Die Schäden an den Bäumen und Früchten lassen sich nicht mehr rückgängig machen.
Die Landwirte müssen nun überlegen, wie sie in Zukunft mit dem Klima klarkommen. Bisher waren sonnige Südhänge beliebt, doch in Zukunft könnten Ost- oder Nordhänge besser funktionieren, weil es dort kühler bleibt. Auch bei neuen Bäumen muss man auf robuste Sorten setzen, die tiefere Wurzeln schlagen, um Wasser aus tieferen Erdschichten zu holen. Wer bereits alte Bestände hat, kann nur durch den richtigen Schnitt versuchen, die Bäume widerstandsfähiger zu machen.
In der Forschung wird bereits an Lösungen gearbeitet. Man testet zum Beispiel Pflanzenkohle, die Wasser im Boden speichern kann. Außerdem wird geschaut, ob ganz andere Obstsorten wie Kaki, Mandel oder Pistazien in der Region besser überleben würden als die klassischen Sorten.
Wer selbst helfen will, die Streuobstwiesen zu retten, kann sich zum Obst- und Gartenfachwart ausbilden lassen. Interessierte können sich direkt beim Landwirtschaftsamt im Zollernalbkreis melden.