Worms präsentiert historische Schätze im Andreasstift
Das Museum im Andreasstift in Worms (Rheinland-Pfalz) hat eine besondere Aktion gestartet. Unter dem Titel „Worms Stück für Stück“ stellt das Haus jeden Monat ein Objekt aus seinem Magazin oder der Sammlung vor, das eine eigene Geschichte erzählt.
Die Auswahl der Stücke ist breit gefächert. So gibt es zum Beispiel Keramiken aus der Jungsteinzeit, die zeigen, wie die Menschen sesshaft wurden und Vorräte anlegten. Auch Schmuck aus Muscheln, Schnecken und Zähnen aus der Zeit um 5000 v. Chr. ist zu sehen. Dieser wurde 1898 beim Bau einer Eisenbahnstrecke in Rheindürkheim gefunden.
Besonders spannend sind die Funde aus der Römerzeit. Das Museum zeigt unter anderem einen sogenannten Gesichtskrug, der oben in einem Frauengesicht endet. Solche Krüge wurden etwa um 300 n. Chr. direkt in Worms hergestellt. Außerdem gibt es eine römische Tonmaske, die 1891 bei Kanalbauarbeiten in der Nähe der Neusatz-Schule entdeckt wurde. Sie diente vermutlich als Deko an Häuserfassaden und nicht als Theatermaske.
Auch aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit gibt es Highlights. Ein Modell eines Kobelwagens im Maßstab 1:4 erinnert an die Abreise von Martin Luther aus Worms im Jahr 1521. Wer es schauriger mag: Im Nordturm der Andreaskirche wurde 2010 ein eingemauerter Katzenschwanz aus dem Mittelalter gefunden. Solche „Bauopfer“ sollten früher das Gebäude vor bösen Geistern schützen.
Die Besucher können die gezeigten Objekte jeweils für einen Monat in den Wechselvitrinen oder in der Dauerausstellung des Museums bestaunen. Einige Stücke, wie die römische Maske, gibt es zudem als Kopie im Museumsshop zu kaufen.
Quelle: Worms – zur Originalmeldung