Wittlich: Parfüm-Streit hielt Zeugen für Messerstecherei
Am 27. Juli 2026 kam es am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Wittlich (Rheinland-Pfalz) zu einem kuriosen Einsatz. Zeugen hatten die Polizei alarmiert, weil sie Jugendliche gesehen hatten. Diese sollen von einer Messerstecherei gesprochen haben. Kurz darauf kamen weitere Meldungen rein: Jemand habe Pfefferspray benutzt.
Die Polizei aus Wittlich und Bernkastel-Kues rückte sofort mit vielen Beamten zum Busbahnhof aus. Vor Ort trafen sie zwei junge Männer im Alter von 19 und 23 Jahren, die beide aus der Verbandsgemeinde Daun kommen. Die Polizisten nahmen die beiden mit auf die Wache, um die Sache zu klären.
Bei der Befragung kam heraus, dass es gar keinen Angriff gab. Die beiden jungen Männer sind befreundet. Aus Langeweile hatten sie sich gegenseitig geärgert und provoziert. Dabei sprühte der 23-Jährige seinem Freund Parfüm in die Augen. Das war die Aktion, die die Zeugen für einen Pfefferspray-Angriff hielten. Weil der 19-Jährige ihn daraufhin weiter ärgerte, schrie der 23-Jährige laut, dass er ihn mit einem Messer verletzen würde. Das wiederum hörten die Zeugen als echte Drohung oder beginnende Messerstecherei.
Die Beamten fanden bei keinem der beiden ein Messer oder Pfefferspray. Die jungen Männer fanden ihr Verhalten selbst lustig. Der 23-Jährige hatte lediglich eine leichte Rötung an den Augen. Für andere Leute am ZOB bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Die Polizei hat nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ob und inwieweit sich die beiden strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.