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Wiesloch lässt alten Baum als Tierhotel stehen

Copyright und Urheber siehe Wiesloch

In der Gerbersruhstraße gibt ein fast 100 Jahre alter Japanischer Schnurbaum ein zweites Leben als Lebensraum für Tiere.

Im Stadtwingert an der Gerbersruhstraße in Wiesloch (Baden-Württemberg) steht ein besonderer Baum. Der Japanische Schnurbaum ist rund 100 Jahre alt und prägt seit langer Zeit das Bild im Viertel. Im Jahr 2024 sah es jedoch schlecht aus für das Gewächs: Der Baum war weitgehend abgestorben.

Normalerweise würde die Stadt einen solchen Baum komplett fällen. Doch im Jahr 2025 entschied man sich für einen anderen Weg. Statt den Stamm ganz zu entfernen, wurde der Baum fachgerecht gekappt. Es entstand ein sogenannter Baumtorso. Dieser dient nun als „Habitatbaum“, also als natürliches Zuhause für verschiedene Tierarten.

Für die Natur ist dieser Stumpf wie ein Hochhaus. In den Rissen und Höhlungen finden Vögel wie Stare einen Platz zum Brüten. Auch Fledermäuse nutzen die Spalten unter der Rinde als Rückzugsort am Tag. Zudem bietet das morsche Holz Käfern und anderen Insekten Nahrung und Schutz, was in der aufgeräumten Stadtlandschaft selten ist.

Das Experiment scheint aufzugehen. Im Jahr 2026 zeigte der Baum erste neue Blüten und treibt wieder kräftig aus. Der Torso ist also nicht das Ende, sondern ein neuer Anfang für die Pflanze.

Die Stadt Wiesloch will diesen Ansatz nun öfter prüfen. Wenn Bäume geschwächt sind oder absterben, wird geschaut, ob eine Kappung statt einer Fällung möglich ist. So bleiben die Sicherheitsregeln im öffentlichen Raum gewahrt, aber die Artenvielfalt wird gefördert. Der Schnurbaum im Stadtwingert soll daher als Wahrzeichen und Tierhotel an seinem Platz bleiben.

Quelle: Wiesloch – zur Originalmeldung

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