Weyhe rettet Hombach vor dem Austrocknen
Der Hombach in Weyhe (Landkreis Diepholz, Niedersachsen) stand kurz vor dem Aus. Weil es in diesem Jahr kaum geregnet hat, sank der Wasserstand gefährlich tief. Schon einmal, im Jahr 2019, war der Bach komplett ausgetrocknet, und auch 2022 sah es schlecht aus.
Am 13. August schlugen die Messstellen Alarm. Die Wasserbehörde des Landkreises und die Harzwasserwerke bemerkten, dass der Bach bald einen kritischen Punkt erreichen würde. Deshalb griff die Gemeinde sofort zu einem Notfallplan, der 2023 extra für solche Fälle erstellt wurde.
Seit dem 18. August fließt nun Grundwasser aus dem sogenannten Brunnen 8 in den Hombach. Damit das funktioniert, wurde die Trinkwassergewinnung an diesem Brunnen gestoppt. Stattdessen werden jetzt jede Stunde 100 Kubikmeter Wasser in das Gewässer geleitet.
Das Wasser kann aber nicht einfach so in den Bach gepumpt werden. Es muss zuerst durch eine Enteisenungsanlage, die aus drei großen Containern besteht. Das ist wichtig, weil das Grundwasser viel Eisen enthält. Wenn man es ungefiltert einleitet, passiert das, was 2022 passierte: Der Bach wird „verockert“. Das bedeutet, es entstehen rostbraune Ablagerungen. Diese Schlammflocken setzen sich auf die Kiemen von Fischen und lassen sie ersticken. Außerdem werden so die Plätze zerstört, an denen die Fische ihre Eier ablegen.
Die Anlage zu bekommen, war diesmal fast unmöglich. Fast alle passenden Maschinen in Norddeutschland sind gerade im Einsatz, um den SuedLink-Tunnel unter der Elbe zu bauen. Erst ab Oktober wären normalerweise wieder Geräte frei gewesen. Doch die Vermietfirma konnte in letzter Sekunde eine Anlage nach Weyhe bringen.
Die Experten überwachen den Wasserstand nun ständig. Die Einleitung des gefilterten Wassers soll so lange weiterlaufen, bis der Hombach wieder genug Eigenwasser hat und die Natur sich stabilisiert hat.
Quelle: Weyhe – zur Originalmeldung