West-Nil-Virus in Berlin und Brandenburg nachgewiesen
In Berlin (Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland) und im benachbarten Brandenburg wurde das West-Nil-Virus nachgewiesen. Im September wurde der Erreger bei einem Greifvogel in Berlin und bei einem Pferd in Brandenburg gefunden. Das Virus kommt ursprünglich aus den Tropen, gelangte aber über Zugvögel nach Nordeuropa.
Die Übertragung funktioniert über Stechmücken. Diese stechen zuerst infizierte Wildvögel und bringen den Erreger dann zu Säugetieren, wie etwa Pferden, oder direkt zu Menschen. Von Mensch zu Mensch kann man sich nicht anstecken. Da das Virus offenbar auch in Deutschland überwintern kann, rechnen die Behörden damit, dass es sich weiter ausbreitet und es in den nächsten Jahren mehr Fälle geben wird.
Für die meisten Menschen ist die Infektion harmlos, da sie oft gar keine Symptome bemerken. Etwa jeder Fünfte bekommt jedoch eine Art Grippe mit Fieber, die einige Tage anhält. Nur etwa jeder Hundertste wird wirklich schwer krank. In diesen seltenen Fällen kann es zu Muskelschwäche, epileptischen Anfällen oder sogar zu einer Hirnhautentzündung kommen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen am Herzen und Kreislauf.
Da es für Menschen noch keinen Impfstoff gibt, hilft nur der Schutz vor Mückenstichen. Man sollte lange Kleidung tragen, Insektensprays benutzen oder Fliegengitter an den Fenstern anbringen. Auch stehende Gewässer im Garten, in denen Mücken brüten, sollten entfernt werden. Für Pferde gibt es hingegen Impfstoffe, die vor allem im Sommer empfohlen werden.
Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt und krank wird oder unerklärliches Fieber bekommt, sollte einen Arzt aufsuchen und sich testen lassen.
Weitere Informationen bietet das Friedrich-Loeffler-Institut. Die Ermittlungen über die Ausbreitung dauern an.