Werra-Meißner-Kreis: Wolfsschutz für Schafe zu bürokratisch
Im Werra-Meißner-Kreis (Regierungsbezirk Kassel, Nordhessen) gibt es immer wieder Nachweise über Wölfe. Deshalb müssen Schäfer und Weidetierhalter ihre Tiere schützen. Das Projekt „Schaf schafft Landschaft“ hat nun untersucht, wie gut die staatliche Förderung für diesen Schutz wirklich funktioniert. Das Ergebnis ist zwiespältig.
Zwar schützen fast alle befragten Betriebe ihre Tiere vorsorglich, auch wenn viele noch nie einen Wolfsriss erlebt haben. Doch der Aufwand ist riesig. Die Schäfer berichten von einer dauerhaften psychischen Belastung und einem enormen Mehraufwand. Besonders die Vorgaben für Elektrozäune werden kritisch gesehen: In steilem oder steinigem Gelände sind hohe Zäune oft kaum zu setzen. Für die Betriebe zählen eher ein fachgerechter Aufbau und eine gute Spannung der Drähte.
Auch der Papierkram sorgt für Ärger. Viele empfinden das Antragsverfahren als zu kompliziert. Lange Wartezeiten und viele Nachweise schrecken vor allem kleine Betriebe ab. Zudem finden die Schäfer, dass die Förderung für Herdenschutzhunde nicht mit dem eigentlichen Aufwand zusammenpasst.
Es gibt aber auch erste Verbesserungen. Das Ministerium hat die Förderung landesweit ausgeweitet und das lästige Weidetagebuch abgeschafft. Künftig soll die Hilfe noch flexibler werden und weniger Bürokratie bedeuten. Die Ergebnisse der Studie fließen nun in das neue Projekt „Weidetiere schaffen Landschaft“ ein, das im März gestartet ist.
Das Ziel ist es, einen Weg zu finden, wie der Wolf geschützt werden kann, ohne dass die Weidewirtschaft kaputtgeht. Denn gerade die Schafe halten die Kulturlandschaft im Kreis sauber und offen. Ob die geplanten Vereinfachungen bei den Anträgen ausreichen, wird sich in der nächsten Zeit zeigen.