Weltweite Korallen-Experten treffen sich in Bremen
In Bremen (Bundesland Bremen) ist eine ganz besondere Gruppe von Gästen eingetroffen. Rund 1.000 Wissenschaftler aus mehr als 80 Ländern haben sich in der Stadt versammelt. Sie nehmen an der 15. Weltkorallenriffkonferenz teil. Dass dieses Treffen überhaupt hier stattfindet, ist ein Ereignis: In den 50 Jahren Geschichte der Konferenz wurde sie noch nie zuvor in Europa abgehalten.
Die Lage der Korallenriffe ist ernst. Etwa 30 Prozent der Riffe weltweit sind bereits verschwunden. Weitere 40 Prozent sind massiv bedroht. Nur ein kleiner Teil ist noch in einem guten Zustand. Die Gründe dafür sind bekannt: Das Klima wandelt sich, die Meere werden verschmutzt und es wird zu viel gefischt. Die Experten wollen nun im Congress Center Bremen Wege finden, wie man diese Ökosysteme retten kann.
Bei der Eröffnung am Montag waren viele wichtige Leute dabei. Bürgermeister Andreas Bovenschulte begrüßte unter anderem Fürst Albert II. von Monaco. Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke sprach vor den Gästen. Sie machte deutlich, dass man gegen die Klimakrise und die Verschmutzung der Meere weltweit zusammenarbeiten muss.
Bremen wurde nicht zufällig als Ort gewählt. Die Stadt ist ein Zentrum für die Meeresforschung. Fast 40 Prozent aller Meeresforscher in Deutschland arbeiten hier. Viele wichtige Institute, wie das MARUM oder das Alfred-Wegener-Institut, sitzen direkt auf dem Campus der Universität Bremen. Das macht die Stadt zu einem idealen Treffpunkt für die Experten.
Ein besonderes Detail bei dieser Konferenz: Sie ist klimaneutral. Das Team um Professor Christian Wild von der Universität Bremen hat dafür gesorgt, dass die CO2-Emissionen vor Ort so gering wie möglich bleiben. Die Abgase, die durch die langen Flugreisen der Gäste entstanden sind, wurden durch Klimaschutzprojekte im Meer ausgeglichen.
Fürst Albert II. von Monaco besucht neben der Konferenz auch das Forschungszentrum MARUM. Am Abend gibt es einen Empfang im Bremer Rathaus, bei dem der Fürst eine besondere Medaille der International Coral Reef Society erhält.
Die Konferenz dauert bis zum 8. Juli 2022. Neben den Fachgesprächen gibt es für Interessierte auch Ausstellungen, Filme und Vorträge.