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Weltweite Korallen-Experten treffen sich in Bremen

Zum ersten Mal in der Geschichte findet die Weltkorallenriffkonferenz in Europa statt. Rund 1.000 Wissenschaftler aus über 80 Ländern suchen in Bremen nach Lösungen für die Rettung der Meere.

In Bremen (Deutschland) herrscht gerade ein riesiger Andrang von Experten. Vom 3. bis zum 8. Juli 2022 treffen sich rund 1.000 Wissenschaftler aus mehr als 80 Ländern zum 15. International Coral Reef Symposium. Das ist die wichtigste Konferenz der Welt, wenn es um Korallenriffe geht. Dass das Treffen diesmal in Europa stattfindet, ist eine Premiere – in den vergangenen 50 Jahren gab es das noch nicht.

Die Lage in den Weltmeeren ist ernst. Die Experten warnen, dass die Korallenriffe in einer tiefen Krise stecken. Etwa 30 Prozent der Riffe sind bereits komplett verschwunden. Weitere 40 Prozent sind massiv bedroht. Nur noch weniger als 30 Prozent sind in einem halbwegs guten Zustand. Die Hauptschuld tragen der Klimawandel, die Verschmutzung der Meere und die Tatsache, dass zu viele Fische gefangen werden.

Bei der Eröffnung im Congress Center Bremen waren hochkarätige Gäste dabei. Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte begrüßte unter anderem Fürst Albert II. von Monaco. Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Senatorin Dr. Claudia Schilling hielten Reden. Die Politiker und Forscher sind sich einig: Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Wenn man die CO2-Emissionen nicht schnell senkt und die Meere sauberer hält, könnten die Schäden an den Riffen irgendwann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Bremen wurde nicht zufällig als Ort gewählt. Die Stadt ist ein echter Spitzenstandort für die Meeresforschung. Fast 40 Prozent aller Meeresforscher in Deutschland arbeiten hier. Viele wichtige Institute, wie das MARUM oder das Alfred-Wegener-Institut, sitzen direkt auf dem Campus der Universität Bremen. Das macht die Stadt zu einem zentralen Knotenpunkt für die Forschung in Europa.

Besonders ist, dass die Konferenz diesmal klimaneutral ablaufen soll. Das Organisationsteam um Professor Christian Wild hat eine „Grüne Strategie“ entwickelt. CO2-Emissionen vor Ort wurden so gering wie möglich gehalten. Die Abgase, die durch die Anreise der vielen Gäste entstanden sind, werden durch spezielle Klimaschutzprojekte im Meer ausgeglichen.

Fürst Albert II. von Monaco bleibt noch länger in der Stadt. Er besucht gemeinsam mit dem Bürgermeister und dem Rektor der Universität das MARUM. Am Abend gibt es zudem einen Empfang im Bremer Rathaus, bei dem der Fürst eine besondere Medaille der International Coral Reef Society erhält.

Ob die Wissenschaftler bis zum Ende der Woche konkrete Lösungen finden, um den Trend zu stoppen, bleibt abzuwarten. Die Konferenz bietet neben den Fachgesprächen auch Ausstellungen und Filme für Interessierte.

Quelle: Rathaus Bremen – zur Originalmeldung

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