Walldorf kämpft gegen die Große Drüsenameise
In der Astoria-Halle in Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg) war es voll. Über 100 Menschen kamen zu einem Informationsabend über die Große Drüsenameise. Sogar Vertreter aus anderen Städten waren dabei. Die Stadt hatte damit wohl nicht gerechnet und musste kurz vor Beginn noch zusätzliche Stühle aufstellen.
Der Biologe Dr. Michael Haas und Björn Kleinlogel von einer Schädlingsbekämpfungs-Firma erklärten, womit die Bewohner es zu tun haben. Die Große Drüsenameise ist nur zwei bis vier Millimeter groß, aber gefährlich für die Umgebung. Sie bildet sogenannte Superkolonien mit hunderten Königinnen. Diese graben sich bis zu einem Meter tief in den Boden. Durch den Bau der Nester und Straßen sinkt mit der Zeit das Pflaster ab. Zudem ziehen die Tiere in Häuser ein, um dort nach Futter zu suchen.
In Walldorf gibt es bereits viele betroffene Stellen. Besonders schlimm ist es auf dem Friedhof. Aber auch in der Gutenbergstraße, der Mathias-Hess-Straße, im Forlenweg sowie in der Hans-Holbein- und Carl-Spitzweg-Straße sind die Tiere unterwegs. Auch die Bereiche an der ehemaligen Baumschule und am Tom-Tatze-Tierheim sind betroffen. Die Ameisen mögen es warm und siedeln sich gerne unter Containern oder Säcken an.
Die Experten warnten: Die Ameise ist zäh und übersteht Temperaturen bis minus 15 Grad. Wer sie loswerden will, muss lange Zeit dranbleiben. Besonders effektiv ist das Heißwasser-Schaum-Verfahren mit mindestens 45 Grad. Privatpersonen können auch einen Wasserkocher nutzen und das heiße Wasser regelmäßig in die Nester gießen – am besten jede Woche, sogar im Winter. Ergänzend helfen Kieselgur oder spezielle Fadenwürmer.
Ein wichtiger Rat an die Anwohner: Man muss sich zusammenschließen. Wenn die Ameisen in großen Kolonien agieren, müssen auch die Nachbarn gemeinsam vorgehen. Um neue Befälle zu vermeiden, sollten Bürger keine exotischen Pflanzen kaufen und Grünschnitt nur an den offiziellen Sammelstellen entsorgen.
Die Stadt bittet die Bürger, aufmerksam durch die Straßen zu gehen und Nester oder Ameisenstraßen zu melden. Bevor man Gift einsetzt, sollte man jedoch prüfen, ob es sich wirklich um die invasive Art handelt, um heimische Ameisen nicht versehentlich zu töten. Weitere Informationen und eine Checkliste finden sich auf der Webseite der Stadt unter www.walldorf.de/nachhaltigkeit/spalte-2/invasive-arten/grosse-druesenameise.
Quelle: Walldorf – zur Originalmeldung