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Waldbronn: Höhere Abwassergebühren und Streit um Parkplätze

Im Gemeinderat von Waldbronn ging es zuletzt um steigende Kosten für die Bürger, fehlende Parkplätze in Etzenrot und den Hitzeschutz in Kitas und Schulen.

In der Gemeinderatssitzung am 22. Juli 2026 standen viele Themen auf dem Tisch, die den Alltag der Menschen in Waldbronn (Landkreis Karlsruhe, Baden-Württemberg) direkt betreffen. Besonders deutlich wurde der Ärger über die Parkplatzsituation im Ortsteil Etzenrot. Anwohner aus der Esternay-, Vogesen-, Kraichgau- und Altfeldstraße beschwerten sich, dass es kaum noch freie Stellplätze gebe. Vor allem rund um das Alte Rathaus sei es mittlerweile extrem schwierig, ein Auto abzustellen. Die Verwaltung erklärte, dass dies Teil eines Mobilitätskonzepts sei, um Platz für die Müllabfuhr und Rettungswagen zu schaffen. Da die Situation aber zu angespannt ist, will die Gemeinde die Markierungen nochmals prüfen. Für den Knotenpunkt in der Kirchstraße soll nun ein Fachplaner helfen, da die Polizei und die Verwaltung bisher keine gute Lösung gefunden haben.

Auch beim Thema Hitzeschutz gibt es Druck aus der Bevölkerung. Eine Initiative übergab Bürgermeister Christian Stalf rund 550 Unterschriften. Die Eltern fordern bauliche Maßnahmen in Schulen und Kindergärten, damit die Kinder auch an heißen Tagen vernünftig lernen können. Kurzfristig sollen Folien an den Fenstern und Ventilatoren helfen. Für den Herbst ist ein runder Tisch geplant, bei dem Eltern und Verwaltung gemeinsam überlegen, was wirklich hilft. Der Gemeinderat hat zudem beschlossen, ein komplettes Hitzeschutzkonzept für alle Gemeindegebäude zu erstellen. Bis Anfang 2027 soll ein Plan mit Kosten und Zeitablauf vorliegen.

Ein weiterer Kritikpunkt war die Betreuung in der Einrichtung „Waldkleckse“. Ein Vater berichtete von Personalmangel, der zu kürzeren Betreuungszeiten und häufigen Personalwechseln führe. Die Gemeinde arbeitet hier mit dem Träger „Impuls“ an einer Lösung, betonte aber, dass die Personalsuche eigentlich Sache des Trägers sei.

Im Bereich Talstraße und am Rathausmarkt klagten Anwohner über Lärm, Alkohol und „Poser“, die mit ihren Autos rasen. Der Bürgermeister riet den Bürgern, bei akuten Vorfällen sofort die Polizei zu rufen, da nur so die Menschen festgestellt und die Taten verfolgt werden können.

Für die Geldbeutel der Bürger gibt es schlechte Nachrichten: Die Abwassergebühren steigen. Die Schmutzwassergebühr erhöht sich vom 1. Januar 2026 (1,88 €/m³) auf 2,19 €/m³ ab dem 1. Januar 2027. Auch die Niederschlagswassergebühr steigt von 0,48 €/m² (2026) auf 0,59 €/m² im Jahr 2027.

Positiv verlief die Haushaltsplanung. Durch unerwartet hohe Gewerbesteuereinnahmen von rund 10,6 Millionen Euro (statt geplanten 3,67 Millionen) ist die finanzielle Lage der Gemeinde deutlich besser als gedacht. Trotzdem warnt Kämmerer Philippe Thomann vor zu großer Euphorie, da ein Teil dieses Geldes in den nächsten Jahren über die Kreisumlage wieder wegfließt.

Zuletzt beschloss der Rat, sich an der „Zukunftskommune“ der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe zu beteiligen. Damit will die Gemeinde den Klimaschutz vorantreiben, etwa durch mehr Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden. Die Kosten dafür liegen bei etwa 5.800 Euro pro Jahr, wovon ein Großteil durch Fördergelder des Landes Baden-Württemberg gedeckt wird.

Quelle: Waldbronn – zur Originalmeldung

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