Visselhövede ehrt Mathematiker Gauß mit neuem Gedenkstein
In Visselhövede (Landkreis Rotenburg, Niedersachsen) gibt es jetzt ein neues Denkmal für einen der berühmtesten Wissenschaftler der Geschichte. Am vergangenen Freitag wurde ein Gedenkstein für Carl Friedrich Gauß eingeweiht. Der Mann war ein Genie in Mathematik, Astronomie und Physik. Vor rund 200 Jahren war er im Auftrag des Königreichs Hannover in der Region unterwegs, um das Land zu vermessen. Dabei hielt er auch in Visselhövede inne.
Die Idee für den Stein kam von Uli Röhrs und seinem Freund Jochen Orthmann. Die beiden waren gerade auf einer Fahrradtour, als sie sich an einen alten Zeitungsartikel über einen ehemaligen Messpunkt von Gauß erinnerten. Sie wollten diesen historischen Ort wieder sichtbar machen. Mit Hilfe von modernem GPS konnten sie die Stelle exakt finden.
Der Stein selbst ist ein massiver Findling und wiegt rund fünf Tonnen. Er lag zuvor auf einem städtischen Grundstück hinter dem Rathaus. Der Bauhof stellte den schweren Brocken innerhalb von etwa 70 Minuten auf. Neben dem Stein steht eine Informationstafel. Wer sein Handy nutzt und den QR-Code scannt, kann einen Film von Jan-Hendrik Röhrs ansehen, der mehr über die Geschichte erzählt.
Bei der Einweihung las Bürgermeister André Lüdemann aus einer Biografie von Gauß vor. Er beschrieb darin, was der Wissenschaftler damals über Visselhövede und die Lüneburger Heide dachte. Recherchen im Stadtarchiv zeigen, dass es an dieser Stelle schon am 26. Mai 1826 einen Vermessungsstein gab. Damals war die Sache sehr ernst: Wer den Stein beschädigte, bekam Ärger mit dem Gesetz. Die Menschen wurden damals streng aufgefordert, das Denkmal zu schützen.
Uli Röhrs hofft nun, dass vor allem Schulklassen den Ort besuchen, um etwas über Gauß und seine Leistungen zu lernen. Der Gedenkstein steht auf dem Elmhorstberg in Delventhal, direkt links neben der Radarstation. Interessierte können den Ort jederzeit besuchen.