Trier: Minister besucht Freiwillige in Ehrang und Trier-Nord
Staatsminister Marcus Klein ist auf einer Reise durch Rheinland-Pfalz, um das Ehrenamt zu fördern. In Trier (Rheinland-Pfalz) machte er gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe zwei Stationen besucht. Zuerst ging es ins Pfarrheim St. Peter im Stadtteil Ehrang zum Projekt „Herz und Hand“.
Dieses Projekt hilft seit 20 Jahren Menschen, die in Armut leben. Die Helfer bringen alle drei Wochen Grundnahrungsmittel zu 110 Menschen in 51 Haushalten in den Stadtteilen Ehrang, Pfalzel und Biewer. Außerdem vermitteln sie Kleidung. Oberbürgermeister Leibe erinnerte dabei an die Flutkatastrophe, die Ehrang besonders hart getroffen hatte und bei der die Menschen im Ort stark zusammengehalten hatten.
Neben der Essensausgabe gibt es in Ehrang viele weitere Angebote: Es gibt Suppenküchen, Spieleabende für Senioren, Theaterausflüge, Chöre und Flüchtlingskreise. Sogar ein Erzählcafé ist nach der Flut entstanden. Die Freiwilligen hatten eine klare Forderung an den Minister: Es gebe zu viel Papierkram. Das Ehrenamt müsse entbürokratisiert werden. Minister Klein räumte ein, dass die Politik hier ein Umdenken brauche und mehr Vertrauen in die Helfer setzen müsse.
Danach besuchten die Politiker das Mutter-Rosa-Altenzentrum in Trier-Nord. Dort gibt es ein festes Konzept für Freiwillige und eine eigene Koordinatoren-Stelle. Rund 90 Helfer setzen sich dort monatlich etwa 250 Stunden ein. Sie begleiten Bewohner zu Ärzten, gehen mit ihnen spazieren oder unterstützen bei der Sterbebegleitung. Der älteste Helfer im Haus ist der 90-jährige Detlev Böttger, der schon seit fünf Jahren dabei ist.
Für viele Freiwilligen ist die Arbeit eine Chance für sie selbst. Eine Helferin erklärte, dass sie so zum Beispiel ihre Deutschkenntnisse verbessern und sich besser integrieren könne. Ein Auftritt des Chors im Zentrum zeigte, dass es weniger auf die perfekte Musik ankomme, sondern vor allem auf die gemeinsame Zeit mit den Bewohnern.
Laut Zahlen der Landesregierung engagieren sich in Rheinland-Pfalz etwa 1,4 Millionen Menschen ehrenamtlich. Das sind rund 38 Prozent der Bevölkerung.
Quelle: Trier – zur Originalmeldung