Trier: Bibliothek kauft seltenes Gottesdienst-Buch aus dem 16. Jahrhundert
In Trier (Rheinland-Pfalz) gibt es einen besonderen Neuzugang in der Wissenschaftlichen Bibliothek. Die Stadt hat ein Gottesdienst-Handbuch aus dem 16. Jahrhundert gekauft. Das Werk, eine sogenannte Bistumsagende, wurde in zwei Teilen zwischen 1574 und 1576 gedruckt. Die Bibliothek besitzt nun den ersten dieser beiden Bände. Das Buch stammt ursprünglich aus der Abtei Himmerod.
Die Geschichte hinter dem Werk ist eng mit der Kirche verknüpft. Erzbischof Jakob von Eltz ließ das Buch nach dem Konzil von Trient auflegen. Es sollte sicherstellen, dass die Diözesen, die bereits eine über 200 Jahre alte liturgische Tradition hatten, diese auch weiterführen durften. Das Titelblatt des Buches ist in Latein verfasst.
Die Bibliothek nutzt den Fund, um auch andere alte Schätze zu zeigen. So gibt es in Trier Bücher, die noch älter sind. Das älteste in der Stadt gedruckte Werk entstand bereits im August 1481. Es handelt sich dabei um das „Speculum manuale sacerdotum“, eine Art Handbuch für Priester mit Anleitungen zur Taufe oder zur Beichte. Von diesem Werk besitzt die Bibliothek zwei Exemplare. Weltweit gibt es nur noch wenige dieser frühen Drucke, sogenannte Inkunabeln.
Die neue Bistumsagende ist in einem Kreis sehr berühmter geistlicher Bibliotheken der Region unterwegs. Andere Exemplare befinden sich etwa in der Jesuitenbibliothek, im ehemaligen Jesuitennoviziat, im Simeonstift oder in der Benediktinerabtei St. Maximin.
Interessierte können das neue Buch derzeit als „Objekt des Monats“ in der Bibliothek besichtigen.
Quelle: Trier – zur Originalmeldung