Trier: Alte Speisekarte aus Paris weckt Appetit auf Geschichte
In Trier (Rheinland-Pfalz) gibt es im September ein besonderes Ausstellungsstück zu bewundern. Die Wissenschaftliche Bibliothek und das Stadtarchiv zeigen eine alte Speisekarte aus Paris. Sie stammt aus dem Restaurant „À la Grande Taverne“ des Gastronomen Naudet. Damals, nach der Französischen Revolution, wurde Paris zum Zentrum der feinen Küche, weil viele Köche der Könige plötzlich arbeitslos waren und eigene Lokale eröffneten.
Die Karte ist ein echtes Schwergewicht in Sachen Auswahl. Insgesamt stehen dort über 250 Vorspeisen, Hauptgerichte und Nachspeisen sowie viele Weine und Liköre. Allein beim Geflügel gab es 38 verschiedene Hauptgerichte, beim Fisch waren es 35. Wer Lust auf etwas Süßes hatte, konnte aus 53 verschiedenen Desserts, Obst- oder Käsesorten wählen.
Nach Trier kam das Dokument durch den Richter Johann Peter Job Hermes (1765–1833). Er besuchte das Luxusrestaurant in Paris und brachte die Karte mit nach Hause. Besonders ist, dass er die Preise in der Karte handschriftlich ergänzt hat. Heute gehört das Dokument zum Bestand des Stadtarchivs. In der Wissenschaftlichen Bibliothek kann man zudem Bände des „Almanach des Gourmands“ einsehen, eines der ersten gastronomischen Reiseführer der Welt, in dem auch das Lokal von Naudet gelistet war.
Diese kulinarischen Schätze sollen nun als Ansporn für junge Leute dienen. Seit dem 1. September läuft der Geschichtswettbewerb 2026 des Bundespräsidenten. Unter dem Titel „Über den Tellerrand. Essen und Trinken in der Geschichte“ forscht die Jugend in Deutschland über die Ernährung früherer Zeiten. Die Wissenschaftliche Bibliothek und das Stadtarchiv in Trier bieten allen Interessierten Hilfe und Beratung bei ihren Recherchen an.
Neben der Pariser Karte gibt es in den Archiven noch viele weitere Dokumente zum Thema, zum Beispiel alte Lebensmittelmarken oder regionale Kochbücher. Informationen zum Wettbewerb gibt es auf der Seite der Körber-Stiftung.
Quelle: Trier – zur Originalmeldung