Stolk blickt auf die Gründung Schleswig-Holsteins zurück
Schleswig-Holstein feiert in diesem August einen besonderen 80. Geburtstag. Am 23. August 1946 wurde das Gebiet durch eine Verordnung der britischen Militärregierung zu einem eigenen Land. Zuvor war die Region eine preußische Provinz gewesen.
Dieser Schritt war damals nicht selbstverständlich. Es gab verschiedene Pläne für die Zukunft. Eine Idee war ein Zusammenschluss mit Mecklenburg-Vorpommern, doch die Sowjets lehnten das strikt ab. Auch eine Verbindung mit Hamburg wurde geprüft, aber die Großstadt wollte das nicht. Eine weitere Option war ein großes Land namens „Unterelbe“, das Schleswig-Holstein, Hamburg sowie die Provinzen Hannover, Braunschweig und Oldenburg umfasst hätte.
Die Lage im Land war damals jedoch schwierig. Durch viele Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten stieg die Einwohnerzahl von 1,6 Millionen auf 2,6 Millionen Menschen. Auch in Stolk (Kreis Schleswig-Flensburg, Schleswig-Holstein) spürte man das deutlich: Zum Kriegsende wuchs der Ort von etwa 600 auf über 1100 Einwohner. In sieben Landkreisen gab es plötzlich mehr Flüchtlinge als Einheimische, aber es fehlte an Wohnungen und Arbeit.
Zusätzlich gab es Versuche, den Teil Schleswig abzutrennen und die dänische Grenze an die Eider zu verschieben. Wegen dieser komplizierten Situation entschied sich die britische Militärregierung für die schnellste Lösung: Das Gebiet blieb in seinen alten Grenzen bestehen, wurde aber ein eigenes Land.
Interessanterweise hätte Schleswig-Holstein schon viel früher ein eigenes Land werden können. Am 25. Juli 1850 trafen im Oberstolker „Süderende“ völlig unerwartet deutsche und dänische Truppen aufeinander. Ein General in Idstedtkirche wurde durch den Lärm im Osten so verängstigt, dass er zum Rückzug blies. Wäre das nicht passiert, hätte es vielleicht schon damals eine eigene, demokratische Verfassung gegeben.
Letztlich wurde das Land dann an einem verregneten Freitag im August 1946 mit einem einfachen Federstrich gegründet. Im Mai 1949 schloss sich die Region dann mit den anderen Besatzungszonen zur Bundesrepublik Deutschland zusammen.
Für die Gemeinde Stolk ist dieser Tag ein wichtiges Symbol für die Rückkehr der Demokratie. Weitere Details zu diesem Jubiläum wird die Gemeinde am 23. September veröffentlichen.
Quelle: Stolk – zur Originalmeldung