Stemwede fordert Bürger zum Wassersparen auf
In Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke, Nordrhein-Westfalen) wird die Lage bei der Wasserversorgung kritisch. Wegen der anhaltenden Hitze und der Trockenheit stehen die Wasserwerke in Dielingen und Destel unter enormem Druck. Die sogenannte Trinkwasserampel steht bereits seit Wochen auf Rot, doch die Menschen sparen nicht genug.
Jetzt ist die Situation eskaliert: Erstmals haben die Wasserwerke es nicht mehr geschafft, den Hochbehälter über Nacht vollständig zu füllen. Normalerweise wird die Zeit in der Nacht genutzt, um die Speicher wieder aufzufüllen. Dass dies nicht mehr klappt, zeigt, dass die Menschen inzwischen mehr Wasser aus den Leitungen ziehen, als die Werke fördern können.
Bürgermeister Kai Abruszat und Betriebsleiter Till Hilker appellieren deshalb an die Vernunft der Bewohner. Besonders bei der Gartenbewässerung oder dem Befüllen von Planschbecken solle auf Trinkwasser verzichtet werden. Die wenigen Regenschauer der letzten Zeit hätten kaum geholfen, und ein richtiger Dauerregen stehe nicht in Sicht.
Die Gemeinde verzichtet vorerst auf Verbote oder Strafen. Man wolle keine Kultur, in der Nachbarn sich gegenseitig beim Amt anschwärzen, sondern setze auf Solidarität. Wer weniger verbraucht, hilft dem gesamten System, stabil zu bleiben. Denn wenn die Anlagen dauerhaft am Limit laufen, steigt die Gefahr für technische Defekte, was die Versorgung weiter verschlechtern würde.
Um das Problem langfristig zu lösen, baut die Gemeinde bereits neue Brunnen und bereitet weitere Maßnahmen vor. Diese Investitionen dauern jedoch Zeit und helfen in der aktuellen Hitzephase noch nicht weiter.
Auf Fragen, warum die Sportplätze im Ort trotzdem bewässert werden, reagierte die Verwaltung: Diese nutzen eigene Brunnen und Zisternen. Sie ziehen ihr Wasser aus anderen Schichten als das öffentliche Netz und belasten die Trinkwasserversorgung daher nicht. Zudem verhindere die gezielte Bewässerung, dass der Rasen komplett abstirbt, was später noch viel teurer und wasserintensiver in der Reparatur wäre.
Quelle: Stemwede – zur Originalmeldung