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Steinwiesen: Jugendliche entdecken Geschichten alter Häuser

Copyright und Urheber siehe Steinwiesen

Jung und Alt haben gemeinsam die Vergangenheit von drei besonderen Gebäuden im Ort erforscht. Nun werden die Ergebnisse präsentiert.

In Steinwiesen (Landkreis Kronach, Bayern) ist im April eine ungewöhnliche Idee entstanden. Alles begann mit einem Graffiti am alten „Süßa-Haus“. Die Jugendlichen, die an dem Kunstwerk mitgearbeitet hatten, fragten sich plötzlich, welche Geschichte eigentlich hinter dem alten Gebäude steckt. Aus dieser Neugier wurde ein großes Projekt unter dem Motto „Wenn Häuser sprechen könnten“.

Damit die Fakten stimmten, suchten sich sechs Jugendliche Hilfe bei den Senioren des Ortes. Im Koberhaus traf sich eine Gruppe, in der alle Altersklassen vertreten waren – vom 15-Jährigen bis zum 89-Jährigen. Gemeinsam wurde recherchiert, in Familien nachgefragt und mit vielen Bewohnern gesprochen. Luisa Engelhardt vom Quartiersmanagement koordinierte die Treffen und die Arbeitsschritte im Koberhaus.

Im Fokus standen drei Gebäude: Das „Süßa-Haus“, das früher ein kleiner Laden für Milch, Obst und Gemüse war, in dem Kunden ihre Behälter selbst mitbringen mussten. Dort gab es damals auch einen der wenigen Fotoapparate, weshalb sich viele Touristen fotografieren ließen. Luise Müller und Nora Stöcker haben diese Geschichte aufgespürt.

Amelie Kremer und Katharina Kolb befassten sich mit der „Rübba“. Das Areal wurde früher von drei Brüdern betrieben und beherbergte eine Bäckerei, eine Metzgerei, eine Gastwirtschaft und eine Schreinerei. Das älteste Haus dort stammt aus dem Jahr 1832.

Das dritte Haus, die „Postfritzen“, ist heute als Gasthof „Zum Goldenen Anker“ bekannt. Ida und Heidi Kolb fanden heraus, dass das 1824 gebaute Gebäude eine wechselhafte Geschichte hat. Es war Poststelle (daher der Name „Postfritzen“ vom Besitzer Fritz), Kolonialwarenladen, Zigarrenfabrik und hatte sogar einen Tanzsaal mit Bühne.

Die Ergebnisse wurden bereits in kleinem Rahmen vorgestellt, wobei auch die Senioren noch Neues über ihren Ort lernten. Doch das Projekt ist noch nicht zu Ende. Rainer Kober von „Steinwiesen Aktiv“ plant nun, an den Häusern Schilder mit alten Fotos und Hausnamen anzubringen. Über einen QR-Code sollen Besucher in Zukunft die Geschichten der Gebäude direkt per Smartphone als Audio-Datei anhören können.

Wer die Details der Recherchen kennenlernen will, kann dies beim Genussfest am 12. September tun. Dort stellt „Steinwiesen Aktiv“ die drei Häuser vor und sucht nach weiteren Mitstreitern, die Lust haben, auch andere Gebäude im Ort oder in den Ortsteilen zu erforschen.

Quelle: Steinwiesen – zur Originalmeldung

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