Starkregen in Weinheim: Feuerwehr im Dauereinsatz
Am Freitagnachmittag zog eine heftige Starkregenzelle über Weinheim (Baden-Württemberg). Innerhalb weniger Minuten regnete es so stark, dass die Kanalisation nicht mehr alles schlucken konnte. In der Stadt sowie in den Ortsteilen Lützelsachsen und Hohensachsen gingen bei der Leitstelle Rhein-Neckar sofort viele Notrufe ein.
Besonders schlimm war es in der Carl-Benz-Straße. Dort stand das Wasser in einem etwa 40 Quadratmeter großen Keller bereits 25 Zentimeter hoch und stieg immer weiter an. Die Feuerwehr musste sofort pumpen, um einen noch größeren Schaden zu verhindern. Auch in der Wintergasse und der Sommergasse in Lützelsachsen gab es Probleme: Die Wassermassen waren so stark, dass Gullydeckel einfach aus den Löchern gespült wurden oder hochgedrückt wurden.
Die Retter waren an vielen Stellen gleichzeitig gefordert. Sie pumpten Keller und Garagen in der Burggasse, Werderstraße, Mannheimer Straße, Talstraße, Hirtengasse, Lessingstraße, Weinheimer Straße und am Lochgartenweg leer. Mit speziellen Wassersaugern holten sie die Überflutungen aus den tiefgelegenen Bereichen. Parallel dazu mussten die Beamten an den Rechen des Apfelbachs und Mühlbachs Äste und Laub entfernen. Das Treibgut hatte die Gitter verstopft, sodass das Wasser nicht mehr abfließen konnte.
Weil so viele Notrufe aus dem ganzen Landkreis kamen, schaltete die Leitstelle den Unwettermodus an. Das bedeutete, dass alle Feuerwehrhäuser in Weinheim in Alarmbereitschaft gingen. Die Abteilungen Sulzbach, Rippenweier, Oberflockenbach und Ritschweier mussten zwar nicht ausrücken, standen aber als Reserve bereit.
Kurz bevor die Unwettereinsätze endeten, gab es noch einen medizinischen Notfall in der Stadthalle. Die Feuerwehr unterstützte dort den Rettungsdienst bei der Versorgung einer Patientin. Um die Frau vor Blicken zu schützen, bauten die Einsatzkräfte einen Sichtschutz auf. Zudem halfen Betreuer der psychosozialen Notfallversorgung. Ein Rettungshubschrauber landete am Drei Glocken Center. Die Feuerwehr brachte den Notarzt von dort zur Stadthalle.
Schon früher an diesem Tag, gegen 15:15 Uhr, war die Feuerwehr in der Bachwiesenstraße in Lützelsachsen im Einsatz. Dort tropfte Wasser von einer Zimmerdecke. Die Beamten mussten mit Spezialwerkzeug in die Wohnung, um die Ursache zu prüfen. Dieser Vorfall hatte jedoch nichts mit dem späteren Starkregen zu tun.
Die Stadt Weinheim arbeitet seit Jahren an einem Plan gegen solche Überflutungen. Auf der Webseite der Stadt gibt es Gefahrenkarten, die zeigen, wo es besonders kritisch wird. Die Stadt betont, dass man sich als Hausbesitzer selbst schützen muss, da Starkregen oft sehr lokal und überraschend auftritt.
Weitere Angaben liegen bislang nicht vor.