Soest: Geisterjagd am Turm der Wiesenkirche
In der Nacht zu Freitag passierte in Soest (Kreis Soest, Nordrhein-Westfalen) ein ungewöhnlicher Vorfall. Gegen 05:30 Uhr bekam die Leitstelle einen Hinweis: Mindestens zwei Menschen sollen sich illegal auf dem Südturm der Wiesenkirche aufgehalten haben. Die Polizei war bereits im Alarmzustand, da der Turm schon früher immer wieder unerlaubt bestiegen worden war.
Als die ersten Beamten eintrafen, sahen sie tatsächlich jemanden an der Spitze des südlichen Turms. Über Lautsprecher riefen die Polizisten der Person zu, nicht weiter zu klettern und genau dort zu bleiben, wo sie war. Weil es dunkel war und die Entfernung zu groß war, konnten die Beamten nicht erkennen, ob es sich um Erwachsene oder Jugendliche handelte. Da die Absturzgefahr riesig war, riefen sie die Feuerwehr und weitere Kollegen zur Hilfe.
Kurz darauf sperrten die Einsatzkräfte das gesamte Gebiet weiträumig ab. Zusammen mit einem Mitarbeiter der Dombauhütte checkten sie alle möglichen Zugänge zum Turm. Die Feuerwehr schickte zudem eine Drohne in die Luft. Die Kamera suchte die Dachflächen und versteckte Ecken ab, um zu sehen, ob dort jemand verletzt lag oder sich versteckte.
Über mehrere Stunden durchkämmten die Beamten das gesamte Kirchengebäude. Sie kontrollierten jeden Winkel, der irgendwie erreichbar war. Doch sie fanden niemanden. Anhand von Spuren vor Ort stellten die Ermittler fest, dass die Kletterer den Turm wohl schon verlassen hatten, bevor die Verstärkung eintraf.
Nach rund vier Stunden gaben die Einsatzkräfte auf. Es gab keine konkreten Anhaltspunkte mehr, und das Risiko für die Retter bei einer weiteren Suche war zu hoch. Die Polizei nahm Spuren am Einsatzort auf und stellte eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs aus. Im Visier der Ermittler ist eine Gruppe aus dem Ausland, die den Turm wohl schon früher illegal bestiegen hatte.
Die Polizei warnt nun eindringlich vor solchen Aktionen. Wer Kirchtürme erklimmt, riskiert sein Leben, da schon ein kleiner Fehltritt tödlich enden kann. Zudem binden solche Einsätze viele Kräfte von Polizei und Feuerwehr, die dann für echte Notfälle fehlen.
Die Ermittlungen dauern an.