Singen baut Masurengebiet zur Schwammstadt um
In Singen (Landkreis Konstanz, Baden-Württemberg) wird das Masurengebiet in der Südstadt modernisiert. Es geht dabei um mehr als nur neue Rohre oder frischen Asphalt. Die Stadt setzt hier auf das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Das bedeutet: Das Regenwasser soll nicht einfach schnell in die Kanalisation fließen, sondern länger auf der Fläche bleiben.
Um das zu erreichen, werden insgesamt rund 3.500 Quadratmeter Fläche entsiegelt. Statt Beton und dichtem Asphalt kommen Grünstreifen, neue Bäume und ein spezielles Fugenpflaster zum Einsatz, durch das das Wasser versickern kann. Das bringt zwei Vorteile: Die Pflanzen kühlen die Umgebung durch Verdunstung und die Bäume spenden Schatten, was besonders an heißen Tagen die Lebensqualität für die Bewohner verbessert.
Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk. Stadtplanerin Sandra Schupp erklärte, dass im Vorfeld viel abgestimmt werden musste. Mit dabei waren die Stadtwerke, die Abteilungen für Straßenbau und Planung sowie soziale Einrichtungen aus dem Viertel. Auch der regionale Energieversorger ist eingebunden, da er im Gebiet ein Nahwärmenetz plant.
Umweltministerin Thekla Walker besuchte das Projekt im Rahmen ihrer Sommertour durch Baden-Württemberg. Zusammen mit Bürgermeister Marcus Röwer und Gemeinderäten gab sie einen symbolischen Spatenstich für die Arbeiten, die bereits begonnen haben. Die Ministerin versprach, dass die Landesförderung für solche Projekte künftig schneller und umfangreicher werden soll.
Das Vorhaben wird durch den sogenannten Klimopass und Gelder vom Bund unterstützt. Laut Tobias Herbst von der Stabstelle für Klimaschutz ermöglichten diese Förderungen bereits eine Klimaanalyse im Jahr 2018 und ein Anpassungskonzept in diesem Jahr. Nach der Sommerpause soll zudem ein Hitzeaktionsplan folgen.