Siegen: Wilde Jagd endet in schwerem Unfall
Es begann in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 2:28 Uhr in der Marienborner Straße in Siegen (Nordrhein-Westfalen). Eine Polizeistreife bemerkte einen Audi A 5, der in Schlangenlinien in Richtung Innenstadt fuhr. Als die Beamten den Wagen anhalten wollten, reagierte der 26-jährige Fahrer zuerst gar nicht. Dann bog er in die Hainer Hütte ab und gab plötzlich Vollgas.
Die Jagd wurde immer gefährlicher. Innerorts beschleunigte der Mann auf über 130 km/h und schaltete sogar das Licht aus. Die Polizei verlor ihn immer wieder aus den Augen. Später wurde der Audi in der Känerbergstraße erneut gesichtet. Der Fahrer beschleunigte wieder stark und raste über die Siegstraße auf die B 62 in Richtung Siegen und Kreuztal.
Die Polizei versuchte, den Flüchtigen mit einem Streifenwagen durch eine Straßensperre zu stoppen. Der Audi-Fahrer wich jedoch aus und umfuhr das Einsatzfahrzeug. Er bog auf die Auffahrt zur HTS in Richtung Siegen und Eiserfeld ab. Dort kam es schließlich zum Crash: Der Mann versuchte in einer Kurve mit hoher Geschwindigkeit, einen anderen Audi zu überholen. Die beiden Autos kollidierten, woraufhin der A 5 ins Schleudern geriet und gegen die Leitplanken prallte.
Als die Polizei kurz darauf eintraf, versuchte der 26-Jährige noch einmal, zu Fuß zu flüchten. Die Beamten konnten ihn jedoch schnell stellen und festnehmen. Die 24-jährige Fahrerin des anderen Audis wurde bei dem Unfall leicht verletzt und mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Beide Autos waren danach nicht mehr fahrbereit. Ein Spezialteam aus Dortmund half bei der Unfallaufnahme. Der Sachschaden liegt bei mindestens 73.000 Euro.
Bei der Kontrolle roch die Polizei eine starke Alkoholfahne. Ein Test vor Ort wurde vom Fahrer abgelehnt, weshalb er auf die Wache gebracht wurde. Dort entnahm ein Arzt eine Blutprobe. Zudem stellte sich heraus, dass der Mann gar keinen gültigen Führerschein besitzt. Die Polizei nahm den Audi und das Handy des Fahrers sicher.
Nur eine Nacht zuvor gab es in Freudenberg (Kreis Siegen-Wittgenstein) einen ähnlichen Vorfall. Gegen Samstagabend beobachtete eine Zivilstreife einen BMW 5er, der in Wilhelmshöhe bei Rot über eine Ampel fuhr. Auch hier versuchte der 25-jährige Fahrer zu flüchten. Er raste mit über 130 km/h die Peimbachstraße hinunter, wo eigentlich nur 70 km/h erlaubt sind. Auch im Ortsteil Büschergrund fuhr er viel zu schnell, bevor er schließlich anhielt.
Der BMW-Fahrer war der Polizei bereits durch sogenannte Autoposing-Verstöße bekannt. Alkohol- und Drogentests waren diesmal negativ. Da der Mann in der Vergangenheit schon zweimal seinen Führerschein verloren hatte, nahmen die Beamten ihm die Fahrerlaubnis und das Auto ab.
In beiden Fällen ermittelt das Verkehrskommissariat. Den Männern drohen Strafverfahren wegen illegaler Kraftfahrzeugrennen und Gefährdung der Straßenverkehrssicherheit. Ob und inwieweit sie sich strafbar gemacht haben, klärt nun die Staatsanwaltschaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Quelle: Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein – zur Originalmeldung